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Chia-Gel für Sportler

Ein Gastartikel von Marcus Schall

Super(good)food for Performance: Chia Performance Gel

Gründe, Chia Samen, das „Superfood der Azteken“, in den Speiseplan zu integrieren gibt es viele. Die kleinen schwarzen Samen sind extrem nährstoffreich, zudem vielseitig und problemlos einsetzbar, lange haltbar und geschmacklich sehr neutral.    

Chia Samen liefern u.a. 22% hochwertiges Eiweiß, ein nahezu ideales Verhältnis ungesättigter Fettsäuren, Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente, Antioxidantien und ca. 33% Ballaststoffe. 

Die heutige Verwendung der kleinen Powerkugeln zielt auf deren Anwendung im Sport. Als Chia Gel werden sie bereits seit Jahrhunderten in Südamerika genutzt. Teilweise nutzten die Ureinwohner diese als einzige Nahrungsquelle (“Chia Fresca” bzw. “Iskiate”) auf ihren langen Dschungelmärschen. 

Als Chia Performance Gel sind die kleinen Samen besonders für Ausdauersportler interessant. Neben ihrer allgemeinen Nährstoffdichte besonders aus zwei Gründen: Einerseits verlangsamen sie die Umwandlung von Kohlenhydraten in Zucker, wodurch der Körper über einen längeren Zeitraum mit Energie versorgt wird und mehr Ausdauer hat. Als Gel eingenommen sorgen sie zudem für eine langfristige Flüssigkeitsversorgung des Athleten. Vor dem Verzehr eingeweicht, speichern Chia Samen eine große Menge an Flüssigkeit, die der Körper unter Belastung nach und nach abrufen kann. 

Für das „Super(good)food Chia Performance Gel“ werden die Chia Samen in Kokoswasser eingeweicht. Kokoswasser gilt als sehr elektrolytreich, also als ideale und sehr mineralstoffreiche Grundlage für ein natürliches „Power Gel“. Der zugefügte Kokosblütenzucker liefert zusätzliche Kohlenhydrate für eine kontinuierliche Energieversorgung. 

Zubereitung Chia-Gel

Chia Samen und Flüssigkeit (Wasser, Kokoswasser oder Saft) im Verhältnis 1 : 2 mischen. 1 guten Schuss Zitronensaft und 2 TL Kokosblütenzucker hinzugeben und 10-12 Stunden im Kühlschrank quellen lassen. 

Chia-Gel à la Super(good)Food

Vor besonders langen und intensiven Trainingseinheiten kann man das Gel zusätzlich beispielsweise mit einer zerdrückten Banane und einer Dattel kombinieren. Eine ideale und vor allem rein natürliche Alternative zu künstlich gesüßten Energiegels und Drinks. 

Noch eine spannende Geschichte: 

Im Jahre 1997 gewann der 52jährige Tarahumara Indianer Cirildo Chacarito, einen  von NIKE gesponserten 100 Meilen-Lauf in Kalifornien. Für die 160 km lange Strecke benötigte er unglaubliche 19 Stunden und 37 Minuten. Dabei distanzierte er seine meist sehr viel jüngeren Gegner teilweise um eine halbe Stunde. Als alleinige Energie- und Flüssigkeitszufuhr nutzte er dabei Chia Samen. Und an den Füssen trug er selbst gebastelte „Lauflatschen“ aus alten Gummireifen, sehr zur „Freude“ von NIKE! (Quelle: www.chiamind.de

MARCUS SCHALL  

Super(good)food-Coach, Grünzeug-HULK und Superfood-Guerilla

https://www.facebook.com/supergoodfoodhulk

4 Kommentare

  1. Hi Marcus,

    danke für den Artikel. Danach hatte ich gesucht. 🙂
    Einige Fragen noch:

    Worin füllst Du das Gel für den Lauf ab?

    Gibt es Erfahrungen, welche Dosierung vor bzw. während des Laufes sinnvoll ist?

    Wieso nimmst Du so wenig Wasser?
    Chia speichert doch ein vielfaches seines Eigengewichts. Das würde das Wasserschleppen erübrigen. Also Rohköstler läuft der Wasserhaushalt ja eh anders, daher vermute ich (werde es noch probieren), dass die Bindung des Wassers an die Chiasamen enorme Vorteile bringen wird. Ich werde es mal mit verschiedenen Wasserdosierungen ausprobieren.

    Viele Grüße sendet Dir
    Daniel

  2. Ahoi Daniel,
    danke für deine Nachricht. Bin etwas in Eile – daher nur ganz kurz.
    Abfüllen kannst du das ganze in diese Gel-FLaschen die es im Handel zu kaufen gibt, z.B. Fuel Belt Gel-Flasche. Ist vom Handling nicht ganz so einfach wie die fertigen Gel-Tüten – dafür aber natürlich auch wesentlich umweltfreundlicher.
    Mit den Wasser-/ Kokoswassermengen kannst du selbstverständlich experimentieren. Gerade wenn du das Gel transportierst oder auf längere Touren mitnimmst sollte dieser aufgrund der Quellfähigkeit etwas höher sein. Das hier gezeigte Rezept war eher für den direkten Verzeht gedacht. Du kannst sicherlich auf 1:4 oder vlt. auch höher gehen. Teste es mal aus.
    Bezüglich der Mengen bzw. der Dosierung für einen Lauf kommt es auf viele individuelle Faktoren, z.B. auch die weitere Flüssigkeits- bzw. Nahrungsversorgung unterwegs an. Davon würde ich es abhängig machen. So oder so – wenn du Chia-Gel während einer Ausdaueraktivität verwendest kommen höhere Mengen als die in Deutschland eigentlich geltende Tageshöchstmenge vonm 15g in Betracht…
    Beste Grüße,
    Marcus

  3. Hi Markus,
    vielen Dank für Deine Antwort.
    Habe mit gleich mal einen Fuel Belt und eine Gel Flasche bestellt. Bin gespannt, wie es klappt. Bislang hatte ich so kleine Frischhaltedosen dabei. Das war ein Gematsche! 🙂
    Die Tageshöchstmenge auf 15g zu setzen ist schon höchst amüsant. Ich könnte mir vorstellen, dass es etwas mit der Quellfähigkeit zu tun hat. Vermutlich hatte man Sorge, dass jemand Unbedarftes sich Massen von trockenen Samen einverleibt und dann zu einer Trockenpflaume verdörrt. Hahaha! 🙂
    Aber wer tut so was? Wenn die Samen noch sehr hydrophil, also nicht gesättigt sind, kleben die doch an allem fest. Ich hab das mal probiert und sie trocken in den Mund genommen. Wenn sie schön eingespeichelt sind, können sie gut zerkaut runtergeschlockt werden. Beim Laufen habe ich nur etwas Sorge, dass ich durchs starke Atmen einen Samen einatme. Daher finde ich Dein Rezept prima. So gehts schon als Gel in den Mund.
    Solche Warnungen und Grenzen gibt es eine ganze Menge. Hab da schon die ulkigsten Sachen gelesen. Man muss halt immer seinen Verstand einschalten und Denken lernen. 😉
    Viele Grüße
    Daniel

  4. Moin!
    Als Gel zum mitnehmen kenne ich Chia Samen ja noch gar nicht, sehr gute Idee. Die Sache mit dem abfüllen stellt tatsächlich ein Problem dar.
    @Daniel: Hat das mit Deiner Gel-Flasche funktioniert und wo bekommt man die zu kaufen?
    Vielen Dank und Gruß, Raimund.
    P.S. Bin Rennradfahrer

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