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Geteiltes Glück

Wochenlang habe ich mich auf das Glücksgefühl gefreut, wenn ich durch das Ziel laufe.
Und heute habe ich es bekommen. Nein, ich bin natürlich nicht selber gelaufen – der Arzt hätte mich vermutlich eigenhändig einweisen lassen, wenn ich es getan hätte mit einer frisch angeknacksten Zehe (aber es soll solche Hardliner geben und ehrlich: ich bewundere sie – ich bin dafür viel zu wehleidig).

Was habe ich also getan? Habe für meine Schwester, die für mich heute beim Linder Frauenlauf einsprang und meine Freundin, die ohne mich laufen musste ein Proviantrucksäckchen geschnürt, für Wasser gesorgt und mich um die Startnummern gekümmert. Nebenbei konnte ich mir beim Ummelden meines Namens in den meiner Schwester vom Ummelde-Mann anhören „Veganer? Das sind doch die, die nichts Ordentliches zu essen kriegen, oder?“ Ich hab mir dann auf mein Bäuchlein geklopft (ja, ein kleines ist noch da und ich mag es echt gern) und gesagt: „Genau! Deswegen sind wir auch alle so mager.“ Der Mann war etwas perplex und wußte nicht was er antworten sollte. Ha, wieder einer sprachlos – ich mag das.

Der Start war total aufregend und ich finde, diese Momente haben einfach was Magisches. Das ist so eine Aufregung, die alle gleichzeitig überkommt, wenn der Countdown gezählt wird – beinahe hätte ich den Arzt einen guten Mann sein lassen und meine blaue Zehe vergessen und wär einfach mitgerannt, so fasziniert und motiviert war ich. Aber stattdessen hab ich meine Mädels beim Start gefilmt und dann brav gewartet.

Knapp 41 Minuten später kam meine Schwester ins Ziel geflogen. Eine tolle Zeit, wie ich finde! Sie bekam eine Rose (fand ich sehr nett von den Veranstaltern) und sie holte für mich das Finisher-Shirt. Es war so toll! Dann hieß es, weiter warten auf meine Freundin. Wir sind in etwa auf demselben Level was Tempo & Kondition angeht. Ich rechnete damit, dass sie ca. 1 Stunde und 5 Minuten braucht. Setzte mich also derweil auf die Steinstufen des Stadions um zu warten, als ich sie plötzlich um die Ecke biegen sehe! Eine Viertelstunde früher als gedacht. Ich war soooo aufgeregt, als wär ich selber gelaufen – am liebsten wär ich die letzten paar Meter mitgejoggt.

Selber laufen und ins Ziel kommen ist sicher das Tollste, was ich mir vorstellen kann was meine sportliche Karriere angeht – aber sich für jemand anderen mitfreuen ist fast genauso schön! Alles in allem hatten wir einen superschönen Tag mit einigen Erfolgen und vor lauter Fotos und Videos machen und neue Läufe suchen (da gab’s so viele Flyer mit Laufterminen) war ich gar nicht so traurig, dass ich nicht selber laufen konnte. Denn ich hab schon wieder ein neues Ziel: Vollmondlauf. Dazu später mehr.

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