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Ist es wichtig?

Heute stand mein langer Lauf am Programm. Rund 80 Minuten unterwegs im Bereich der Grundlagenausdauer. Bei mir zwischen 110 – 147 Schlägen laut der letzten Leistungsdiagnostik. Was heißt das nun konkret?
Ich turtle meines Weges mit 6-7 km/h. Gemütlich? Ja, irgendwie schon. Wenn die Maschinen mal laufen und alles angewärmt ist (so nach 30 Minuten), dann fühlt sich das gar nicht so schlecht an und läuft quasi von selbst. Naja, nicht ganz. Aber fast.

Bei diesen Läufen habe ich Zeit nachzudenken und mir fallen die seltsamsten Dinge ein. Manchmal sogar ziemlich schlaue, wie zum Beispiel ein Zitat, das in der Zwischenzeit sogar schon auf Facebook die Runde gemacht hat: „Die Dinge verlieren ihren Schrecken, während man sie tut.“ Gibt ein kleines Video dazu – mal gucken?

Heute sind mir aber ganz viele Fragen eingefallen. Die schreib ich hier auf. Könnt ihr gerne lesen und euch eure eigenen Gedanken dazu machen. Ich bin für mich selbst erst noch im Antworten-Findungsprozess. Und das kann dauern … So ein Turtlerunner ist schließlich kein ICE.

Beim heutigen Dahinlaufen hatte ich plötzlich das Gefühl, mich wirklich wohl zu fühlen. Einfach so, mit mir selbst, mit meinem nicht vorhandenen Tempo, … Und dann begann ich zu überlegen. Was wäre, wenn das so, wie es jetzt ist, einfach bleibt?

Ist es wichtig, schneller zu werden?
Ist es wichtig, 10 Kilometer in unter 1 Stunde laufen zu können (würde ich gern mal)?
Ist es wichtig, bei Wettläufen im Mittelfeld zu sein (statt ganz am Ende)?
Ist es wichtig, noch mehr aus mir herauszuholen (vorausgesetzt, da ist noch was)?

Ist mir das wichtig?

Oder genügt es, dass ich mich wohl fühle?
Genügt es, dass ich in Bewegung bin?
Genügt es, dass ich (m)eine Bewegung gefunden habe?
Genügt es, dass ich endlich mein Körpergefühl wiedergefunden habe?

Genügt mir das?

Und was wäre, wenn das eine das andere gar nicht ausschließt?

Tja, sowas denke ich mir während eines 9-Kilometer-Laufs. Nicht auszudenken, was passieren würde, wenn ich mal 30, 40 oder gar 100 Kilometer laufen würde!

Ich würde nach Hause kommen und ein Buch schreiben.

Laufen im Januar. Am Bodensee. Bis zur Unendlichkeit und noch viel weiter! ;)

12 Kommentare

  1. Ja das solltes du tatsächlich mal überlegen, ein Buch zu schreiben 😉

  2. Die Fotos sind ja der Hammer, besonders das letzte mit dir ist toll! (:
    „Und was wäre, wenn das eine das andere gar nicht ausschließt?“ Genau das. Du bist auf dem Weg dahin, wo du möglicherweise noch gar nicht das Ziel kennst, außer dass es dir gut dabei geht (:

  3. Nicht auszudenken, was passieren würde, wenn Du ein paar Kilometer im Schneckentempo gehen würdest. Mir persönlich tun sich dabei ganze Welten auf. 🙂 Doch das kennst Du sicher auch, liebe Judith.

  4. Ich sag mir immer ich muss nicht so schnell laufen, aber so lange ich es noch kann möchte ich es. Langsamer werde ich von ganz alleine.
    Aber auch ich habe schon Genußwettkämpfe absolviert. Ganz ohne Leistungsdruck. Na gut, am Ende trotzdem erfolgreich, aber absolut nicht verbissen.
    Nun möchte ich noch das ein oder andere Zeitziel erreichen und dann schalte ich um auf 100% Genuss.

    • Das klingt nach einer guten Kombination, Markus! Und wenn ich könnte, dann würde ich auch schneller laufen – aber im Moment ist es halt nicht so, vielleicht kommt es noch. Ich werde weiter trainieren, mir aber keinen Stress deswegen zu machen. Danke für deinen Kommentar! LG Judith

  5. Achim Berger

    Zu deinen Fragen die du dir stellst habe ich eine kleine wahre Geschichte. Wir hatten in unserem Lauf Forum wo ich früher unterwegs war eine nette Frau. Sie ist 6 Jahre oder so ihr Tempo gelaufen, ein langsames Tempo aber ihr Tempo. Durch die Stimmen von außen hat sie sich dann entschlossen doch mal auf Tempo zu trainieren.
    Es veränderte ihr ganzes Läufer Leben, weil sie sich verletzte und eine gute Zeit lang nicht mehr davon erholte. Sie verfluchte immer wieder den Tag wo sie diese Entscheidung getroffen hatte.

    Auch ich habe mich oft gefragt als ich noch auf Zeit gelaufen bin für wen ich das eigentlich tue. Die Antwort habe ich nie richtig gefunden.
    Heute wo ich einfach bei dem einen oder anderen Event teilnehme kenne ich aber die Antwort warum ich mir keinen Druck aufbaue. WEIL ICH FREI SEIN MÖCHTE !!

    Das muss nicht zwangsläufig heißen das ich mir nicht vor nehme dieses oder dieses Event in dieser oder dieser Zeit zu laufen aber dann frei und ohne Druck. Wenn es klappt ist gut , wenn nicht dann auch. Am Ende interessiert es keinen so richtig.

    • Danke, Achim für diese Geschichte! Ich glaube, es ist enorm wichtig, auch (und besonders) im Bereich Bewegung wieder ein Gefühl für seine eigenen Bedürfnisse zu entwickeln. Und dann wirklich alles andere bzw. alle anderen Stimmen ausblenden. Du läufst für dich, ich laufe für mich. Da kann keiner reinschauen und keiner entscheiden, was gut für jemand anderen ist. Doch es bedarf tatsächlich Mut, zu sich selbst zu stehen. Besonders wenn man langsam ist. Es ist einfacher, wenn man schnell ist 🙂 Aber beides ist gut so, wie es ist. Und ich werd mal schauen, was sich gut anfühlt – vielleicht werde ich noch schneller, vielleicht auch nicht. =D Danke für dein Feedback! LG Judith

  6. Hallo Judith,
    ich bin jetzt auch soweit, dass ich einfach nur laufe und auch mal stehen bleibe,wenn mir etwas gefällt-heute habe ich bei uns in der Nähe ein paar Ziegen mit dem Handy aufgenommen, da sie wohl aus ihrer Koppel entwichen sind und ganz fröhlich auf einer Wiese grasten! ich schreib zwar immer auf wieviel km es ungefähr sein könnten, aber es macht nichts aus, ob ich für 7km mal ne Stunde brauche oder mal bei einem guten Tag sogar 10km in der Zeit schaffe! hauptsache es läuft sich gut!
    lg
    Gabi

    • Hallo Gabi! Ich hab auch meist die Handykamera dabei und ein gutes Motiv ist mir auch gerne ein paar Sekunden Pause wert. Die Momente verfliegen so schnell, da kann man ein paar schon versuchen einzufangen 🙂 Finde ich. Ich werde momentan weder schneller noch langsamer, deswegen bin ich derzeit auch relativ entspannt was Fortschritte angeht. Hauptsache, Schritte. Danke für dein Feedback! LG Judith

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