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Knall auf Fall vegan (Teil 1)

„Komm doch auf eine Portion Kässpätzle vorbei!“
„Ähm, nein danke. Ich bin jetzt vegan.“
„Hä? Das warst du doch gestern noch nicht!“
„Irgendwann muss man ja mal damit anfangen.“

Kann man sich das so vorstellen? Ja und Nein.
Zuerst möchte ich sagen, dass mir dieser Artikel, sehr wichtig ist und vielleicht sogar der wichtigste überhaupt, den ich je geschrieben habe. Ich werde in diesem Artikel so offen wie immer sein, denn mit Verstellen hab ich es nicht so – zumindest nicht in geschriebener Form. Ansonsten bin ich selbstverständlich ein wahres Chamäleon und Meisterin der Verwandlungskunst.

Es kann also sein, dass das was ich hier schreibe nur zwei Menschen verstehen und akzeptieren. Nämlich mein mir angetrauter Ehemann und ich. Ersterer, weil ihm nichts anderes übrig bleibt und weil er mich lange genug kennt, um hinter den teils chaotischen Gedanken und Handlungen sowas wie einen Weg zu entdecken.

Wurde ich tatsächlich von heute auf morgen vegan? 
Nein. Wurde ich nicht. Wäre aber der Plan gewesen.

Wieso überhaupt vegan?
Jetzt wird‘s kompliziert. In einer Phase leichter Unzufriedenheit ob der zunehmenden Körperfülle – aber lange vor dem eigentlichen „Klick“ – überkam mich der Wunsch, etwas völlig Absurdes zu tun. Ich brauchte etwas Radikales zum Abnehmen! Metabolic Balance hatte ich schon hinter mir, Weight Watchers (für die hab ich sogar mal gearbeitet, man glaubt es kaum!), Schlank im Schlaf, … und wie sie alle heißen. Dann fielen mir die Veganer ein. In meinen – damaligen – Augen ziemlich extreme, verschrobene Typen, die auf Körnern und Salatblättern kauten und ständig von Tierschutz schwatzten. Fragt bitte nicht, woher ich dieses Bild hatte – aber wenn ihr ehrlich seid, haben das einige von euch auch, oder?

Die Sache mit den Körnern und Salatblättern klang vielversprechend, da kann doch kein Mensch dick bleiben – und die wild wuchernden, langen Haare werden wahrscheinlich gleich mitgeliefert, so mein Gedankengang. Ich wollte immer schon lange Haare, hatte aber nie die Geduld dafür – aber mit veganer Ernährung klappte vielleicht sogar das! Zumindest bildete ich mir ein, dass sämtliche Veganer eine lange Hippiemähne hatten und den ganzen Tag barfuß rumlaufen. Interessanterweise genau das, was ich heute tue … Sollte mir das zu denken geben?

Nun musste ein Buch her. Damals war die Auswahl noch nicht so riesig – ich entschied mich für ein kleines grünes Buch im Querformat, das aussah wie eine kleine Ringmappe. Natürlich auf recyceltem Papier gedruckt. An den Namen erinnere ich mich  nicht mehr. Schön war‘s nicht, aber das war mir egal. Ich war bereit unter die Asketen zu gehen. Her mit Salatblättern und Sonnenblumenkernen! 

Zwei Wochen später war das Experiment vorbei. 
Dieses kleine Buch hätte erwartet, dass ich anfange zu kochen. In einer Küche. Ich! Niemals. Also ging ich den leichteren Weg und wurde für zwei Wochen ein sogenannter „Pudding-Veganer“. Ich deckte mich mit Sojapuddings ein, trank Schoko-Sojamilch und meine Hauptmahlzeiten bestanden aus Brot mit veganem Aufstrich und: Salat!

Nach zwei Wochen wog ich exakt gleichviel wie vorher und meine Haare waren auch nicht merklich länger geworden. Aber etwas hatte sich verändert: ich konnte weder Sojapudding noch Salat mehr leiden. So tat ich das einzig Richtige und schenkte das Buch meiner Mama (die es übrigens immer noch hat und begeistert daraus kocht und backt).

Achselzuckend kehrte ich in mein gemütliches Wurst-und-Käse-Leben zurück. Immerhin hatte ich es probiert. An die Tiere dachte ich dabei kein einziges Mal. So vergingen dann doch noch einige Monate, bis das Klicken der Veränderung wieder etwas lauter wurde. Und plötzlich lag es auf meinem Tisch: „Peacefood“ von Dr. Rüdiger Dahlke. Allein der Titel dieses Buches hatte so etwas Beruhigendes und Berührendes. Peace … Da waren sie wieder meine Hippies, barfuß mit wehenden Haaren, schlank und leicht wie eine Feder! Und ich begann, wieder zu träumen … leichtfüßig, barfuß durch die Gegend springend, Salatblätter kauend … das wäre doch …

Fortsetzung folgt. 

Diesen Artikel widme ich meiner Freundin Petra, die mich durch lange Telefongespräche immer wieder auf neue Ideen bringt.

Knall auf Fall vegan.

2 Kommentare

  1. Ich hatte die Freude Herrn Dahlke bereits kennen lernen zu dürfen.
    Ein wirklich wundervoller Mensch der lebt was er in seinen Büchern schreibt- authentischer kann es nicht sein!
    Sein Vortrag zu peacefood war sehr aufklärend, aber nicht mit erhobenem Zeigefinger. Das finde ich wichtig und hat mir in meiner Anfangsphase gut geholfen.
    Gute Argumente, umfassendes Wissen, sehr gute Recherche. Von ihm kann man viel lernen 🙂

    • Hallo Daniela! Ja, ich glaube deswegen konnte ich mich mit dem Buch gut identifizieren. Mehr darüber dann in Teil 2 von „Knall auf Fall vegan“ 😉

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