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Laktat, Leistung und

… die pure Lust am Laufen!

Ich war vor kurzem zum dritten Mal beim Laktattest. Heute möchte ich dir empfehlen, wenn du gewisse Ziele erreichen möchtest, dich hin und wieder einer solchen Standortbestimmung zu unterziehen. Wer wissen möchte, was genau dort so mit mir veranstaltet wurde, der kann es gerne hier nachlesen.

Denn bei einer Leistungsdiagnostik wird ziemlich genau festgestellt, wo du gerade stehst bzw. läufst. Unter Belastung (z.B. auf dem Laufband) wird dein Puls und der Sauerstoff in deinem Blut unter die Lupe genommen und anschließend weißt du, was du zu tun hast. Wie schnell du laufen solltest und bei welchem Puls.

Doch brauche ich überhaupt eine Leistungsdiagnostik?

Zuerst kommt es  drauf an, was du erreichen möchtest.
Möchtest du 3 x die Woche deine Hausrunde laufen, um in Bewegung zu bleiben?
Oder möchtest du an Wettläufen teilnehmen?
Oder planst vielleicht sogar deinen ersten Halbmarathon oder gar Marathon?

Eine Leistungsdiagnostik hilft dir, wenn du etwas Bestimmtes erreichen willst: wie zum Beispiel die Teilnahme an einem (Halb)-Marathon oder eine persönliche Bestzeit.

5 Gründe, die für eine Leistungsdiagnostik sprechen:

1. Individuelle Standortbestimmung – du erhältst deine persönliche Startposition. Du weißt anschließend genau, wo du stehst. Und es ist ein ziemlich gutes Gefühl, zu wissen, was du tust bzw. wie du optimal trainierst.

2. Trainingsergebnisse: schwarz auf weiß – Zahlen, Daten, Fakten! Alles für dich, inklusive Trainingsempfehlungen. Es ist toll, einen persönlichen Fahrplan in den Händen zu halten.

3. Langweiliges Training – gibt’s nicht! Deine Pulszonen, Laktatwerte etc. lässt du in regelmäßigen Abständen wieder prüfen und anschließend wird dein Training angepasst. Hast du dich gesteigert? Klasse, dann wird ab sofort anders trainiert, denn deine Pulszonen liegen jetzt höher. Langeweile gibt’s nicht mehr – dein Körper wird rausgeholt aus der Komfortzone.

4. Erfolge garantiert – wenn du dich an die Empfehlungen hältst, in deinen Pulszonen trainierst und dranbleibst – dann wirst du Erfolg haben. Ein bisschen Geduld schadet natürlich auch nicht. Ich durfte anfangs „nur“ walken. Wochenlang. Inzwischen – rund 9 Monate später – laufe ich mehr als 1,5 Stunden und darf jetzt sogar schneller werden. Hurra!

5. Du lernst deine eigenen Grenzen kennen – du weißt, was du dir zumuten kannst, du weißt, wie weit du gehen kannst (und sollst!). Du erfährst einiges über deinen Körper und das hilft euch dabei, dass ihr wieder ein Team werdet!

Markus Weber, vom Leistungsdiagnostikzentrum im Raum Allgäu, Bodensee-Oberschwaben und neuerdings auch in Vorarlberg in Österreich, hat mir einige Fragen beantwortet:

Was passiert denn in Bezug auf die Grundlagenausdauer, wenn ich nicht im optimalen Pulsbereich trainiere?  

Sie wird grundsätzlich nicht besser. Wenn du einfach in Bewegung sein möchtest und dazu 2 – 3 x pro Woche immer im selben Tempo deine Hausstrecke läufst, dann ist das in Ordnung und du tust deinem Körper auch was Gutes. Wenn du mehr als das möchtest, braucht es mehr. Mit der Grundlagenausdauer trainierst du deinen Fettstoffwechsel. Wenn du deine individuellen Pulszonen nicht kennst, passiert es häufig, dass du im Bereich der Kohlehydrat-Verbrennung trainierst und dort lernt deine Muskulatur nicht, auf das Unterhautfettgewebe zurückzugreifen. Das ist vor allem wichtig, wenn du längere Strecken wie z.B. Halbmarathon und Marathon laufen möchtest.

Stimmt es, dass es besser ist nur im aeroben Bereich zu trainieren, weil die Muskeln sich dann Energie aus dem Körperfett holen? Denn, wenn ich im anaeroben Bereich trainiere, werden die Muskeln doch sauer, oder? 

Grundsätzlich ist das ganz richtig! Möchtest du aber z.B. dein Tempo steigern und insgesamt schneller werden, dann solltest du deinen Körper auch mal aus dem gewohnten Gleichgewicht bringen und Einheiten planen, bei denen du zeitweise im anaeroben Bereich trainierst. Dieser Bereich ist, wie alle Pulsbereiche, bei jedem Mensch unterschiedlich und die Leistungsdiagnostik zeigt dir genau, wo deine Schwelle ist.

Ich kann bei meiner Pulsuhr ein Alter und auch das Gewicht einstellen – dann erhalte ich doch automatisch die richtigen Pulswerte. Wozu brauche ich dann noch eine Leistungsdiagnostik bzw. Laktatmessung?

Die Pulszonen, die dir deine Pulsuhr errechnet, können passen oder auch nicht. Du kannst Glück haben oder eben Pech, denn Pulswerte sind sehr individuell. Vielleicht liegst du zufällig gerade im statistischen Mittelwert, mit dem die Pulsuhr rechnet. Wahrscheinlich eher nicht. Anhand deines Beispiels, Judith, sieht man es ganz deutlich: Statistisch müsstest du in den Pulsbereichen 3 Schläge niedriger sein, als bei der ersten Messung vor 2 Jahren, denn du bist jetzt älter. Tatsächlich hast du dich aber so gesteigert, dass du stattdessen rund 10 Schläge höher liegst und trainieren kannst. 

Danke, Markus!
Wir sehen uns spätestens im Juli zur nächsten Leistungsdiagnostik,
wenn es um das Feintuning für meinen ersten Halbmarathon geht. 
Ich freu mich schon! 

 

Ich möchte dir noch ein Bild mit auf den Weg geben: Dein Training ist vergleichbar mit dem Hausbau.

Womit fängst du an? 
Nicht mit dem Dach. Oder?

Mit dem Fundament.  Das heißt: bau dir ein starkes Fundament, mit langen, langsamen Läufen in deinem Grundlagenausdauerbereich. Trainier deinen Stoffwechsel und deine Muskeln dahin, dass sie Energie aus den Fettzellen holen. In einem Leistungsdiagnostikzentrum bekommst du Antworten auf deine Fragen, du bekommst deine individuellen Werte und Trainingsempfehlungen.

Und vielleicht geht es dir dann bald so wie mir: du steigerst dich so, wie du es dir zu Beginn nie hättest vorstellen können! Wirst du dann gefragt, wieso du eigentlich läufst, lautet deine Antwort dann vielleicht so:

Aus purer Lust am Laufen! 

Markus vom Leistungsdiagnostikzentrum und ich

 

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