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Lauf einfach los!

Diesen Artikel gibt es übrigens zum Download mit ACHTUNG: Buchempfehlungen, einer BLOG-Empfehlung, die ich dir wärmstens an das neu erwachende Läuferherz legen möchte und einem ganz und gar nicht erbaulichen, aber trotzdem irgendwie witzigen Tagebucheintrag + Foto nach dem ersten 5-Kilometer-Lauf von mir. Hier geht’s zum Download:Lauf einfach los. Oder?

Laufen ist doch die natürlichste Sache der Welt. ODER?
Mit einem knappen Jahr fangen die meisten von uns damit an. Wir richten uns auf und laufen los. Anfangs noch etwas holprig, wir fallen oft wieder hin, aber nach einiger Zeit läuft es sozusagen von selbst. Wir laufen von selbst.

Kinder laufen übrigens fast immer. Ein Kind spaziert selten gemächlich umher. Meist rennt es. Eigentlich ständig. Und wie sieht das bei uns Erwachsenen aus? Ich sehe selten jemanden rennen. Gut, vielleicht der Endspurt vor dem Einkaufscenter, wenn mal wieder eine neue Videospielkonsole herausgebracht wird oder das iPhone 10x deluxe – oder maximal noch, wenn der Bus vor Nase wegzufahren droht. Aber sonst?

Wenn ich tatsächlich erwachsene Menschen laufen/rennen sehe, dann sind es Läufer. Und die fallen ja schon wieder komplett aus dem Rahmen. Das ist ja nicht normal, was die tun. Mag sein, ich lehne mich jetzt weit aus dem Fenster, wenn ich behaupte: Kein Nicht-Läufer empfindet es als natürlich, was die Läufer tun. Sieht man übrigens auch an den Blicken, die dir beim Laufen entgegen geworfen werden (hin und wieder entsteht eine lustige, nonverbale Kommunikation).

Denn, wenn es so wäre, dass sie das regelmäßige Laufen als natürlich erachten würden, dann würden sie selbst laufen. Sofern natürlich keine körperlichen Einschränkungen vorliegen.

Und damit sind wir beim Thema. Zu dem Zeitpunkt, als ich begann, zu laufen, war ich eigentlich gesund. Eigentlich. Zumindest war ich nicht krank. Eigentlich. Ich war zu schwer. Aber das war mir egal. Ich wollte laufen und schnelle Erfolge sehen. Zum Einstieg besorgte ich mir Bücher und wurde dann fündig, als ich ein 10-Wochen-Programm für übergewichtige Läufer entdeckte.

Tja, und dann lief ich ich einfach los. Eine Zeit lang funktionierte das ganz hervorragend. Bis es eben nicht mehr funktionierte. Weil ich mich total übernommen hatte. Damals machte ich meine erste Leistungsdiagnostik (mittlerweile weiß ich, dass das als 08/15-Sportanfänger gar nicht mal so üblich ist, so etwas zu tun – ich empfehle es dir trotzdem! Wieso? Warte kurz …) und dort erfuhr ich, dass ich ständig über meinen Puls trainiere. Ja und? Ich dachte, schnurzpiepsegal, Hauptsache die Pumpe arbeitet und die Kondition kommt dann von selbst.

Quatsch. Das weiß ich jetzt. Ich wurde dort ärztlich untersucht und man teilte mir mit, ich wäre gesund. ABER: ich sollte maximal 1 x die Woche joggen und das für allerhöchstens 30 Minuten.

Ja, wie jetzt? Und mein Marathon? Und überhaupt? Ja, ich sollte walken. Viel walken. 3-5 x die Woche und auch ruhig bis zu 2 Stunden am Stück.

Also hielt ich mich an die Empfehlungen der Ärztin und begann, zu walken. Nur leider war es schon zu spät.

Ich hatte es mit dem Training so übertrieben (ich lief 4-5 x pro Woche zwischen 30 – 60 min.), dass sich meine Hüftsehne entzündet hatte. Aufgrund meines Übergewichts. Ich hatte nicht bedacht, dass nicht nur mein Herz sich an die Lauferei gewöhnen musste, sondern auch Sehnen, Bänder – ja, sogar die Knochen.

Die Schmerzen wurden immer stärker und irgendwann konnte ich gar nicht mehr laufen, nicht mal mehr walken, ohne vor Schmerzen zu fluchen. Das war dann der Tag, an dem mich der Busfahrer aus Mitleid auflesen wollte, als ich beim Joggen war. Ja, ehrlich – ist so passiert. Siehe Tagebucheintrag in der Download-PDF.

Wenn du also ein bisschen oder auch viel zu viel Gewicht mit dir rumträgst und/oder bisher kaum bis gar keinen Sport betrieben hast, ist meine klare Empfehlung: Frag jemanden, der sich damit auskennt und lauf nicht einfach so auf gut Glück los. Du vermeidest auf lange Sicht gesehen, Verletzungen und Schmerzen durch Überlastung, die dich teils monatelang ausbremsen können. Mal ganz abgesehen davon, dass es einfach sauweh tun kann. Wenn du gleich richtig professionell loslegen möchtest: gönn dir eine Leistungsdiagnostik mit ärztlicher Untersuchung. Du weißt anschließend genau, in welchem Pulsbereich du trainieren solltest, um bestimmte Effekte zu erreichen.

Ich musste speziell am Anfang meine Grundlagenausdauer trainieren – und zwar stundenlang. Das Problem ist: der Bereich geht bei mir „nur“ bis 147 Schläge. Für jemanden, der bereits beim Schuhe zubinden einen Puls von 110 hat, ist das schon eine Herausforderung, da drunter zu bleiben.

Informier dich, lies Bücher & Blogs, geh zum Arzt und mach dich schlau. Und dann LAUF LOS!

 

1 Kommentar

  1. Oh ja, diese &?!@#^$¥? Grundlagenausdauer… Das ist doch kein Sport! Walken! Bähpfuiigitt. Ich hasse sie. Zum Glück kann ich parallel ins Studio.. Und dort mit Krafttraining wunderbar im Grundlagenbereich bleiben. Da „darf“ ich dann auch mal im oberen Bereich laufen. Und um das ganze zu legalisieren, gehts jetzt mit der Lauftrainerin weiter… Ich freu mich auch den TurningPoint Test …

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