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(M)ein Blog und (m)eine Geschichte

Eben stolperte ich via Facebook auf den Blog von Alexandra Steiner, die zu einer Blogparade aufruft. Mit dem Thema „Erzählen Sie mir Ihre Bloggeschichte“. Das hat mich dazu veranlasst zu überlegen, wieso ich das mache. Gab ja mal ursprünglich einen Grund, der zwischendrin in Vergessenheit geraten ist. Wer bin ich, was tue ich und warum.

Geschrieben habe ich schon mit 8 Jahren gerne … bereits in der Volksschule konnte ich mich nicht zurückhalten und veröffentlichte dort meine 6 DIN-A4 Seiten-lange Geschichte über einen Fantasiewald mit Wichteln und Zwergen. Das waren sozusagen die Anfänge. Lange Zeit konnte ich mit dem Wort Blog gar nix anfangen. Ich dachte mir, wozu sollte ich meine Gedanken ins Internet stellen, sie öffentlich zugänglich machen. Was habe ich davon?

Dann hatte ich letztes Jahr im April die Idee zu meinem Projekt „veganmarathon„. Der Plan war, innerhalb kürzester Zeit meine Ernährung auf Pflanzenkost umzustellen,  meine 30 Kilo Übergewicht loszuwerden und so ganz nebenbei von der Couchpotatoe zur Läuferin zu avancieren. Mit dem Ziel im Herbst 2012 an einem Viertelmarathon teilzunehmen.

Ein Riesenthema bei diesem Projekt war die Motivation. Ich kann mich wunderbar einen ganzen Nachmittag lang selbst motivieren. Aber was ist am nächsten Tag? Und am übernächsten? So kam ich auf den Gedanken, meine Geschichte öffentlich zu machen. Natürlich nicht so richtig (mit Namen und Fotos), aber doch ein bisschen öffentlich. Denn wenn ich offiziell im Web mit meinem Projekt bin, dann wäre es peinlich das Ganze abzubrechen – so mein Gedankengang.

Es gab im letzten Jahr viele Tiefen auf sportlicher Ebene, unter anderem eine Sehnenentzündung mit anschließendem Lauf- und Teilnahmeverbot am Marathon. Einige Wochen und Monate überlegte ich mir, den Blog und die dazugehörige Facebook-Seite stillzulegen. Teilweise ließ ich sehr lange Zeit nichts von mir hören.

Dann gab es aber auch die Höhen meines Projekts. Ich habe es geschafft, mittlerweile 25 Kilo abzunehmen und ich bin seit fast 1,5 Jahren ein reiner Pflanzenesser und liebe diese Art der Ernährung, weil sie mir so dermaßen gut tut!

Und plötzlich war das Feuer wieder da. Die Überlegung, dass ich – zumindest den Viertelmarathon – vielleicht doch noch in Angriff nehmen kann. Aber heimlich und leise im stillen Kämmerlein? Nein, das ist nichts für mich. Ich brauche Motivation von außen. Ich brauche Menschen, die mich unterstützen – die umgekehrt von mir unterstützt werden, in dem sie bei  mir mitlesen. Sich von meiner Geschichte motivieren lassen. Denn es geht nicht immer nur geradeaus. Manchmal muss man Umwege in Kauf nehmen. Das ist aber kein Grund aufzugeben. Im Gegenteil. Nach einer Pause kann man mit neuem Schwung weitermachen und nicht das Handtuch werfen.

Das möchte ich hier vermitteln. Egal, ob es darum geht 5, 10 oder 20 kg abzunehmen, an einem Marathon teilzunehmen oder nur endlich den Spaziergang rund ums Haus zu schaffen. Es geht mir auch nicht darum meine Leser zum veganen Leben zu bekehren (auch wenn es mich freut, wenn sich durch meine Geschichte jemand angesprochen fühlt, es selbst auszuprobieren, denn es ist einfach toll!) – ich denke, jeder hat seine persönliche Herausforderung im Bereich Ernährung, Körper und Sport – ob die nun vegan sind oder nicht macht keinen Unterschied für denjenigen.

Ich möchte mit meinem Blog den Lesern MUT machen. Nicht aufgeben. Weitermachen. Irgendwas geht immer. Klar stellt man sich hin und wieder die Frage, wenn einen der Muskelkater plagt,  der Magen knurrt oder die Waage mal wieder einen auf Stillstand macht:

Ist es das wert?

Die Antwort ist ganz einfach: Ja, ist es.
Ich weiß wovon ich spreche.
Sich in seinem Körper zuhause zu fühlen, eins mit sich selbst zu sein – das ist es wert.
Immer.

veganmarathon

4 Kommentare

  1. Pinkback: GECKOweb – #blogparade – Die Geschichte meines Blogs

  2. Pinkback: Die Story vom Portionsdiät-Blog – #Blogparade | Portionsdiät

  3. Zur Selbstmotivation und zur Zielkontrolle eignet sich ein Blog sicher ausgezeichnet. Wenn ich es nur wagen würde, ein ähnliches Projekt anzugehen – ich denke, ich würde darüber bloggen.
    Bei mir fehlt es einen Schritt vorher: Der Mut. Der Durchhaltewille. Deswegen allen Respekt für Dich!

    • Hallo Marc! Danke für deinen Kommentar. Marathon-Woman bin ich auch noch lange nicht, aber sonst hätte ich ja auch nichts mehr zu erzählen 🙂 Du hast schon Recht: Mut, Durchhaltewillen und vor allem der Entschluss zu beginnen – das steht alles ganz vorne, bevor überhaupt der Blog dazu entsteht. Aber auch wenn es bei dir noch nicht soweit ist, kann das jederzeit passieren. Ich habe lange Zeit – unzufrieden mit mir selber – nichts dagegen unternommen. Mir selber dabei zugesehen, wie ich immer mehr wurde und immer müder. Und dann ist es passiert: nämlich gar nichts. Es war kein besonderer Tag, kein besonderer Anlass, kein einschneidendes Erlebnis. Ich bin einfach aufgewacht eines Morgens und hab über meine Träume nachgedacht. Einer davon war, mal schlank und leicht wie eine Feder (naja, nicht ganz so leicht) über die Ziellinie eines Marathons zu laufen. Mit knapp 100 Kilo schwer vorstellbar, aber ich musste bei dem Gedanken daran lächeln. Und plötzlich waren sie einfach da. Die Entschlossenheit, der Wille was zu verändern, die Disziplin auch Höhen und Tiefen zu überstehen. Tja, und dann ging’s los. Sowohl mit dem Projekt als auch mit dem Blog. Als einzigen Tipp kann ich dir vielleicht das hier mitgeben: es macht nicht immer Sinn, auf den richtigen Zeitpunkt zu warten (im Urlaub, nach der Geschäftsreise, etc.). Der beste Zeitpunkt etwas zu beginnen, ist in den meisten Fällen JETZT. Und auch wenn’s nicht 100% funktioniert – 50% sind besser als 30% und 30% sind besser als 10% … vielleicht hilft es ja ein wenig. Und wenn nicht: dann sind im Moment einfach andere Dinge wichtiger – auch das soll es geben und es ist ok. Für mich hat es einfach gepasst und oft ist der Blog und die Facebook-Seite mein Anker, wenn ich gerne wieder faul auf der Couch liegen würde (was ich durchaus ab und zu tue). Aber wenn eigentlich Lauftag ist und ich keine Lust habe, dann denke ich mir oft: He, geh raus und lauf, dann hast du wieder was zu berichten. Ein Blog ist da, um mit Worten gefüllt zu werden – und das ist das Schöne daran. Danke für’s Lesen! LG Judith

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