expertentipps lauftagebuch

Mein erster Marathon: Walking macht mich flott?

„Material- und Diagnostik-Freak“ wurde ich kürzlich genannt. Da kommt es doch grad recht, dass ich mir ganz zufällig eine neue Uhr besorgt habe. Sieht gut aus, sagt mir, wie spät es ist. Außerdem wie schnell mein Herz schlägt und ob ich tagsüber ausreichend aktiv bin, um mein Fitnesslevel zu verbessern bzw. zu erhalten. Himmel ja, ich liebe solche technischen Dinge, mit denen ich aufzeichnen kann, was ich so tue und Dokumentation war ja immer schon meine Leidenschaft, seit ich losgelaufen bin. Ich besitze also seit gestern einen Polar M400.

Zweimal war er seither im Einsatz und bis jetzt bin ich mehr als zufrieden. Aber mehr Details dann nach einer längeren Testphase. Interessanterweise fühle ich mich gerade wie komplett an den Anfang meiner Laufstory zurückversetzt. Vielleicht erinnert sich noch wer? Nach der ersten (und zweiten) Diagnostik hieß es für mich: Walking statt Laufen. Wegen des Pulses aber auch wegen der Gelenke, die damals noch rund 30 Kilo mehr mit sich rumtragen mussten.

Heute darf ich laut Diagnostik zwar laufen, aber um meine Grundlagenausdauer zu stärken und dem Körper beizubringen, dass er das reichlich vorhandene Körperfett als Benzin verwenden soll (statt meiner streng limitierten Kohlenhydrate), mache ich derzeit viele Läufe (2 von 3 die Woche) im Bereich bis 141 Schläge. Und das heißt für mich, dass ich – mal wieder – viel walke, denn hätte mein Puls einen Namen, dann hieße er wohl „Flummie“. In Erinnerung an das gummihafte Bällchen, das ständig bis zur Decke hochspringt. Aber da ich ja inzwischen ein alter Hase bin, was den Einstieg ins Lauftraining angeht, glaube ich einfach, dass ich darüber in ein paar Wochen nicht mehr nachdenken werde (stattdessen werde ich wie der geölte Blitz die Forstwege unsicher machen und einen Ruhepuls wie ein Apnoe-Taucher haben – daran glaube ich ganz fest!).

Zum Einstieg ins Lauftraining habe ich heute wieder einen Fachartikel von Markus über Nordic Walking & Walking für euch (unterhalb des Fotos – einfach runterscrollen). Und wenn ihr euch mal wieder ärgert, dass ihr so langsam seid und lieber laufen wollt, denkt dran: Ich tu es auch (das Walken – nicht das Ärgern). Und erfahrungsgemäß hat mich das noch immer sehr viel weiter gebracht, als der zu schnelle Einstieg ins Laufen.

Und irgendwie hat mein Marathon-Training dadurch auch einen dezent gemütlichen Touch. Schon gut, dass ich mir so viel Zeit lasse (rund 8 Monate) und noch viel besser, dass meine neue Polar-Uhr eine angebliche Akku-Laufzeit von 8 Stunden hat. Wenn das so weitergeht, werde ich das restlos ausnutzen, um das Ziel des Marathons zu erreichen 😉

 

Bilder: Tobias Schneider

Bilder: Tobias Schneider

Nordic Walking oder Walking als Einstieg ins Lauftraining

ein Artikel von Diplom-Sportlehrer Markus Weber

Das Klappern der Stöcke ist mittlerweile jedem jungen und älteren Outdoorsportler bestens bekannt. Manche schmunzeln noch darüber – aber bei allem Respekt, es ist aus dieser Welt nicht mehr wegzudenken. Eine große Bewegung ist daraus entstanden, die durchaus einen höheren gesundheitlichen Wert an den Tag legt, als dies bei manchen zu intensiven trainierenden Joggern häufig der Fall ist.

Nordic Walking ist eine gesunde Ausdauersportart, die insbesondere durch die limitierende Geschwindigkeit in der Belastung sehr positiv auf das Herz-Kreislauf-System wirkt. Beim Nordic Walking treffen alle bekannten gesundheitlichen Aspekte des Trainings zu. Das Gehen mit zwei Stöcken hat seinen Ursprung bereits in den 1930er Jahren und kommt aus dem Sommertraining für Skilangläufer.

Mittlerweile sind die anfangs von der Sportindustrie hochgelobten Wirkungen auf Muskeln und Sehnen allerdings auch wieder etwas relativiert. Die Botschaft, dass durch diese Sportart enorme Wirkungen bei vielen Leiden hervorrufen, sind doch etwas über das Ziel hinaus geschossen.

Dennoch hat die Bewegung mit den Stöcken neben der herz-kreislauf-schützenden Wirkung auch sehr gute Trainingswirkungen auf die kleinen und tiefliegenden Rückenmuskeln, die so genannte autochthone Muskulatur. Dieser wird eine hohe Bedeutung bei der Stabilisation der Wirbelsäule zugesprochen. Die Nackenmuskulatur wird ebenfalls besser trainiert, als dies bei artverwandten Sportarten ohne Stöcke (Walking oder Jogging) der Fall ist. Eine Studie an Bankangestellten konnte nachweisen, dass Nackenverspannungen dadurch signifikant reduziert wurden. In diesem Zusammenhang haben sich die Freunde des klassischen Walking nicht so entwickelt, wie dies beim Nordic Walking stattgefunden hat. Auf manchen Veranstaltungen finden sich fast so viele Nordic-Walker wie Jogger. Und etliche Jogger sind auf das gemäßigtere (Nordic) Walking umgestiegen. Bewegung ist sicherlich in beide Richtung zu beobachten und so stellt sich für uns das (Nordic) Walking als idealer Einstieg in die Welt des Ausdauersports dar.

Mehr Lebensqualität durch Nordic Walking

Auf den Internetseiten des Nordic Walking-Verbandes werden der Sportart mittlerweile neue Attribute zugeschrieben. Die Philosophie ist motivierend. Der Langzeittrend „Gesundheit und Lebensqualität“ in unserer Gesellschaft richtet sich mehr und mehr auf sanfte, wirksame Trainings- und Bewegungsformen, schreibt der Verband. Dem kann man nur zustimmen. Nordic Walking und Nordic Fitness entwickelt sich zu „dem“ Bewegungskonzept für mehr Lebensqualität in der gesamten Bevölkerung. Die ausgebildeten Kursleiter haben zum Ziel, durchaus unbedarften Sporteinsteiger mit Nordic Walking ein besseres Körpergefühl zu vermitteln. Damit das „Klappern“ weniger wird. Daran erkennt man einen weniger versierten Nordic Walker!

Durch unsere Erfahrungen mit einer Vielzahl an Sporteinsteigern wissen wir die Sportart Nordic Walking besonders zu schätzen. Vor allem für diejenigen, die wieder dem Laufsport frönen wollen, durch jahrelange Inaktivität jedoch nicht mehr die körperlichen Voraussetzungen dazu haben. Anfangs noch etwas skeptisch bei der Empfehlung, über den Umweg der Stöcke zum Laufen zu kommen, finden gerade diese Sport(wieder)einsteiger schnell wieder zu einer guten Form. Die meisten schätzen im Nachhinein diesen Umweg und betreiben das Nordic Walking weiter beispielsweise als regeneratives Training oder willkommene Trainingsabwechslung. In diesem Sinne einfach einmal ausprobieren!

5 Kommentare

  1. Hallöchen Judith,

    ich werde bei der Hitze draußen auch aufs Nordic Walking umsteigen.
    Morgen gibt es ne Radtour von ca. 40-50 km.
    🙂

    Wäre schön wenn du in den nächsten Wochen mal einen Bericht über deine neue Uhr machen könntest, hab mir nämlich auch überlegt mir diese anzuschaffen.

    Schönes WE
    Kati

  2. Hallo.
    Hab die Uhr auch seit 3 Wochen, find sie total super.
    Ansonsten hab ich mein Training auch runtergeschraupt auf niedrigen Puls. Ich bin zwar Fit aber mein Fettanteil sehr sehr hoch, da ich immer zu hoch trainiere.

    Lg 😎 ausn Waldbad Lech

    • Hallo Conny, bei den Temperaturen sowieso besser das Tempo zu drosseln 😉 Bei mir steigt der Puls da schon von ganz alleine ohne dass ich viel dazu beitrage, haha! Liebe Grüße ins Waldbad (das klingt wirklich schön, auch wenn es sicher fies ist, da zu arbeiten und nicht direkt reinspingen zu können)!

  3. Ach ja, ich bin eine Leidensgenossin. Sobald ich mich etwas mehr anstrenge beim Laufen (sprich, schneller als 8:30 min/kmh laufe), hab ich ’nen Puls wie ein Kolibri. Das fühlt sich echt ungesund an. Was ist die Folge… ich laufe gar nicht mehr. Das ist natürlich ein blöder Teufelskreis, weil weniger Training – du weißt ja.

    Irgendwo habe ich auch noch Stöcker vergraben. Aber nach jahrelangem Laufen inkl. absolviertem Halbmarathon kann ich mich dazu einfach nicht aufraffen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*