unterwegs

Vegan urlauben in Südtirol

Ich kann ja grundsätzlich alles – außer Urlaub.

Das letzte Mal war ich so richtig im Urlaub, als es noch nicht mal Facebook gab.

2002, wenn ich mich richtig erinnere. Seither gab es irgendwie keine Gelegenheit mehr. Und dann vor ein paar Wochen ploppte eine Anzeige bei mir auf (gepriesen sei Facebook und die Durchsichtigkeit der eigenen Vorlieben), die mir vom ersten vegan-vegetarischen Hotel in Italien berichtete. Genauer gesagt in Naturns, in Südtirol mit dem klingenden Namen „La Vimea“. Na, also wenn man überhaupt irgendwo Urlaub machen kann als Nicht-Urlaubs-Mensch, der unheimlich gerne isst, dann vielleicht dort.

Als Wiedereinsteigerin ins Urlaubsgeschehen, dachte ich mir, ich fang einfach mal mit 2 Tagen an, das werde ich wohl überleben und fuhr letzten Samstag nach Südtirol. Abgesehen von 2 x Reschensee-Lauf direkt hinter der Tiroler Grenze, war ich noch nie in dieser Region, in der der Speck sogar sein eigenes Museum hat.

So ein bisschen Urlaubs-Feeling (ich kann mich ganz dunkel daran erinnern), erlebt ich bereits als ich vom Reschenpass runterfuhr ins Tal mit den vielen bunten Weinbergen und der Herbstsonne. Im Hotel kam ich eine ganze Stunde zu früh an (Urlaubs-Anfänger halt, absolut Null Fähigkeit die Zeit einzuschätzen) und dachte mir, ich sag mal, dass ich hier bin und mach dann einen Spaziergang, bis ich auf mein Zimmer kann. Naturns zu beschreiben ist eigentlich einfach: Man nehme ein kleines Dorf, legt es in ein Tal, das rechts und links von hohen Bergen umgeben ist und lässt nebendran einen schönen Fluss durchlaufen (die Etsch, von der ich inzwischen weiß, dass sie der größte Fluss Südtirols ist).

Holz, Apfelsaft und die Qual der Wahl

Bereits im Hoteleingang duftet es nach Holz und ich fühle mich dort auf Anhieb wohl. Ich bekomme Apfelsaft aus Südtirol zur Begrüßung und sogar mein Zimmer ist 5 Minuten später bereit für mich – und als ich dort die Tür aufsperre, hätte ich mich am liebsten gleich auf Lebenszeit dort eingemietet (das hab ich an der Rezeption auch gleich lautstark verkündet: Ich geh hier nie wieder weg! Haha 😉 ).

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Mein persönliches Highlight: Ich darf gleich meinen Wunschzettel für das 3-gängige vegane Abendessen ausfüllen. Aus je 3 Vorspeisen, Hauptspeisen und 2 Desserts kann ich wählen. Ich bin im Schlaraffenland! Und das Essen schmeckt sooo gut – ich kann in Worten gar nicht ausdrücken, wie mich das begeistert hat. Es ist so schön, so gut versorgt zu werden. Das gesamte Hotel ist auf Nachhaltigkeit und Natur ausgelegt und die Menschen, die dort arbeiten und leben, sind so herzlich und freundlich – ich war ja ganz alleine dort (das erste Mal in meinem Leben, das ich sowas gemacht habe) und ich fühlte mich wirklich gut aufgehoben.

Die Bewegung kommt auch nicht zu kurz: Laufen an der Etsch, Wandern auf dem Sonnenberg und Schwimmen im hoteleigenen Salzwasserbecken … schöner hätte es eigentlich nicht sein können. Aber durchaus ein wenig länger. Das nächste Mal werde ich mich wohl mal an 3 Tagen Urlaub versuchen.

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Mmmhhh … Essen ist fertig!

Nochmal zurück zum Essen, weil’s so schön war: Frühstücken mit Pancakes, Tofu-Rührei, verschiedenen Aufstrichen, Müsli, Bio-Sojajoghurt, frischen Früchten, unglaublich leckeren Kuchen und Cappuccino mit Hafermilch – ehrlich, es hätte nicht besser oder umfangreicher sein können – ich konnte nicht soviel essen, wie ich gerne wollte.

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Abendessen … oh mei, Abendessen! Anfängerfehler: es gibt ein 3-Gänge-Menü und davor ein Vorspeisen- und Salatbuffet. Und ich denke mir, ich lade mir mal ordentlich Salat drauf, denn die Gänge sind bestimmt minimalst gestaltet. Ähm … ja … nein, sind sie nicht. Meine Gemüselasagne (Vorspeise) ist für mich so enorm groß, dass ich Mühe habe, bis zu Ende zu essen. Die Aussicht auf zwei weitere Gänge, verschlägt mir fast den Atem. Denn ich will das ja unbedingt alles essen! Auf meine Bitte hin, habe ich beim Hauptgang (Blaukrautstrudel mit Vogerlsalat) eine kleinere Portion bekommen, damit der Nachtisch (Crepe mit Preiselbeeren) dann wieder Platz hatte. Am nächsten Tag war ich vorsichtiger und gut vorbereitet. Ausgehungert, um es genau zu sagen. Und ich habe alles gut untergebracht – alle 3 Gänge, die wieder hervorragend waren: die beste Kartoffelcreme-Suppe, die ich je gelöffelt habe, gefolgt von einem Burrito mit Bratkartoffeln und als Dessert gab es Schokoladen-Brownies mit Vanillesoße … es war wirklich wie im Schlaraffenland.

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Zur Nachtruhe: Ich hab – speziell in letzter Zeit – in vielen Hotelbetten geschlafen (oder eben auch nicht). Aber selten hatte ich so ein tolles Bett wie im La Vimea in Naturns. Vielleicht liegt das daran:

„Wussten Sie, dass Sie auf 100% Fairtrade-Bio-Baumwolle schlafen? Ihre Bettdecke ist mit ihren 220 cm extra-lang und besteht aus Tencelfasern. Auch Ihre WaterLily Matratze ist ökologisch abbaubar, denn dieser zweilagige Premium-Naturkaltschaumkern wird aus erneuerbaren Quellen und einer Mischung spezieller ätherischer Kräuteröle hergestellt.“ (webseite, la vimea)

Die weiteren Aussichten

Ich werde mit Sicherheit wieder dort meine Urlaubsversuche verbringen und plane meinen nächsten Aufenthalt spätesten im Frühling. Dann vielleicht wirklich für 3 ganze Tage. Denn alleine das Frühstücksbuffet, das Abendessen, das grandiose Bett, die schönen Zimmer und der wunderbare Sonnenberg quasi vor der Hoteltüre sind einen Besuch wert – und außerdem gibt es im wunderschönen Hotelpark einen Naturbadeteich, der im Frühjahr dann hoffentlich geöffnet ist und unbedingt ausprobiert werden muss.

1 Kommentar

  1. Wow, danke für den tollen Bericht.
    Ich surfe gerade auf der Webseite und bin mir ziemlich sicher, dass ich dort nächstes Jahr auch ein paar Tage verbringen werde. Sicherlich mehr als 3, denn die Anfahrt muss sich ja schon lohnen.
    LG
    Elke

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