Leben

Wunschzettel ans Leben

Den heutigen Tag und diesen Blog-Post widme ich: meinem Leben. Denn wenn es etwas gibt, was ich dieses Jahr noch von tiefstem Herzen und mit lauter Stimme in die Welt tragen möchte, dann das hier: Das Leben ist großartig.

Heute vor einem Jahr hätte ich mir das Leben, wie und wo ich es heute lebe, nicht mal träumen können, da es in meiner damaligen Welt nicht existiert hat. Nichts davon. Ebenso weiß ich nicht, wo ich in heute in einem Jahr sein werde. Und das Schöne ist: es ist völlig egal. Denn ich werde am richtigen Platz sein.

Ich möchte diesen Blog hier schon lange nicht mehr nur aufs Laufen und Essen beschränken. Überhaupt möchte ich gar nichts mehr beschränken, weil ich das Gefühl habe, das alles möglich ist. Immer. Wenn wir uns dazu entscheiden. Der Unterschied zwischen der einen Variante meines Lebens und der anderen, lag in einer Entscheidung. Und ob jetzt das eine besser oder schlechter war als das andere – darüber mag ich nicht urteilen. Die Frage ist für mich eher: In welcher Variante ist mehr Leben drin? Wo bewege ich mich? Wo ist Veränderung auf allen Ebenen möglich?

Mir begegnen immer wieder Menschen, die zu mir sagen, ich wäre mutig. Vielleicht bin ich das. Vielleicht auch nicht. Was ich sicherlich bin ist jemand, der auf sein Herz hört. Denn im Grunde genommen, kennt man den eigenen Weg sowieso schon lange. Nur ist er noch nicht immer ins Bewusstsein gedrungen. Dann „passieren“ einem Dinge, die man sich nicht erklären kann. Ständig rutscht man in dieselbe Situation, nur mit anderen Darstellern. Oder aber man findet sich plötzlich in einer Szenerie wieder, die alles bisher Erlebte aus den Fugen gleiten lässt. Entscheidest du dich für die Opferrolle (mir passiert halt immer wieder sowas) oder fängst du an, mal genauer hinzusehen? Was genau wiederholt sich denn da? Was kann ich daraus lernen? Was zeigt mir diese Situation?

2017 war ein Jahr des Lernens und Reflektierens für mich. Ich habe mich selber besser kennengelernt und mir beigebracht, Dinge zu formulieren, die ich in meinem Leben haben will. Ich habe gelernt, diese Dinge anzunehmen, wenn sie mir geschenkt werden und ich habe gelernt, Entscheidungen zu treffen. Ich habe Versäumtes nachgeholt und Dinge getan, die ich früher nicht tun konnte. Es fühlte sich an, wie erwachsen werden. Nur ohne traurig darüber zu sein.

„Das Leben macht keine Fehler“, sagte eine meiner Schwestern zu mir. Ich kann nicht für jeden auf dieser Welt sprechen, aber aus meiner Sicht und aus meinen Erfahrungen heraus, stimmt das. Selbst wenn dir etwas „passiert“, das scheinbar alles einstürzen lässt, dein gesamtes Lebenskonstrukt auseinandernimmt und du nur noch kopfschüttelnd vor dem Haufen Bauschutt stehst, der mal dein Plan war – selbst dann kannst du dir sicher sein, dass es sich neu sortiert. Nein, nicht von selbst. Du kannst schonmal die Ärmel hochkrempeln und anfangen, alten Müll beiseite zu kehren. Es wird niemand kommen, der dir das abnimmt. Und wir alle tragen Altes mit uns rum. Sätze, die nicht mehr zu uns passen. Einstellungen, denen wir längst entwachsen sind. Überzeugungen, die uns einschränken.

Was, wenn du das alles loslassen könntest? Es ist ein sehr freies Gefühl. Allein der Gedanke daran, dein Leben komplett neu denken zu können … stell dir das mal vor! Und es ist möglich. Alles davon. Ich erlebe gerade selbst in verschiedenen Bereichen meines Lebens, dass das, was ich bisher als einzige Möglichkeit gelebt habe, nur eine Version dessen ist, was noch in viel viel besser existiert. Irgendwie ist tatsächlich immer alles da. Nur einen Gedanken entfernt.

Die Fokussierung auf das, was ich mir wirklich gewünscht habe, hat die Möglichkeiten mit sich gebracht. Ich habe letztes Jahr viel geweint, viel gelacht, viel getrauert, viel gehadert und viel gestaunt. Ich habe Wunschzettel an mein Leben geschrieben. In die ich meine tiefsten und ehrlichsten Gefühle gepackt habe und vor mir selbst ausgepackt habe, was ich denn absolut wirklich in meinem Leben will. Danach habe ich es einfach fließen lassen, wie man so schön sagt. Vielleicht so wie die Kinder, die ihren Wunschzettel ans Christkind ans Fenster hängen und darauf vertrauen, dass er gelesen (und erfüllt) wird.

Ich bekam leider nicht die fertige „Ware“ geliefert. Ich bekam Möglichkeiten, Optionen und Begegnungen geschenkt. Ich habe mit offenen Augen und Ohren alles aufgenommen, was mir geboten wurde, durfte selbst entscheiden. Und ich glaube, so funktioniert es. Das Leben macht keine Fehler. Und ebensowenig liefert es dir fertige Lösungen zum schönen, glücklichen Leben. Aber es liefert dir die perfekten Bauteile dafür – zusammensetzen musst du selbst.

 

2 Kommentare

  1. Der Weg ist das Ziel Judith! 🙂 Lg Rita

  2. Kann mich in einigen dieser Texteile auch erkennen…
    Liebe Grüsse Monika

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