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Mein Weg von der Couch über die Ziellinie

21. Mai 2016
von Judith Riemer
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Zehen-Update

Die Altra-Schuhe haben inzwischen ein paar Kilometer auf der flachen Sohle. Bis auf einen kurzen Einbruch diese Woche bin ich gut im Training (vorerst für 10 Kilometer) und seit ich die zehenbefreienden Altras habe, bin ich ausschließlich mit diesen rosa Schlappen gelaufen. Gute Entscheidung!

Die „angeschlagenen“ Zehen haben sich wieder beruhigt, die roten Stellen sind weg und sie sind auch nicht mehr so berührungsempfindlich. Die fehlende Dämpfung an der Ferse war erst etwas gewöhnungsbedürftig, aber nach dem ersten Lauf damit, hab ich es nicht mehr gespürt.

An die 80 Kilometer bin ich inzwischen mit den Altra Intuition gelaufen und ich denke, mein nächster Schuh, wird wieder einer von Altra, diesmal mit Trailsohle. Einmal freie Zehen – immer freie Zehen. Ich find’s einfach saubequem und angenehm zu laufen. Und dafür habe ich 4 Jahre gebraucht, das rauszufinden … aber hey, besser spät als nie!

Essensmäßig werde ich wohl demnächst doch wieder ein Experiment starten müssen. Die letzten Tage und Wochen habe ich ein paar Problemchen mit Magen und Bauch. Weiß der Himmel wo das wieder herkommt. Aber es scheint alles hypersensibel zu sein. Anlass zu experimentieren habe ich genug:

Ich koche auf der Frauenlauf Messe am 3. und 4. Juni gemeinsam mit Sabine von Burgl’s Reformkost. Haha, wer hätte gedacht, dass ich mal meine eigene Messe-Kochshow bekomme. HOORRAYYY! So muss das sein, ich freu mich drauf. Und hab schon ein paar coole Rezepte im Kopf, die ich dort präsentiere.

Hier noch ein Schnappschuss vom heutigen Burgl’s-Guten-Morgen-Lauf, den ich begleitet habe. Ich hab erst hinterher gesehen, dass die rosa Altras, gemeinsam mit den türkis-pinken CEP-Kompressionssocken perfekt zur Kombi des pinken Turtleshirts mit dem türkisen Bodensee-Frauenlaufshirt passen. Herrschaften, ich bin ja quasi schon so eine kleine Turtle-Style-Ikone geworden. Hahahaha … ich frage besser nicht, was Guido sagen würde 😉

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4. Mai 2016
von Judith Riemer
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Laufen wie Pippi Langstrumpf – free your toes!

Kann mich gar nicht mehr erinnern, wann ich das letzte Mal ein „Trainingsposting“ verfasst habe – lang ist’s her. Und Zeit wird’s!

Nach einem eher bescheidenen Laufjahr 2015 geht es auf der Lauf-Achterbahn ganz langsam wieder nach oben. Zu Motivationszwecken habe ich mir etwas schriftlichen Input gegönnt und mir den Marathon-Plan von Matt Frazier von nomeatathlete.com besorgt. Vielleicht erinnerst du dich noch, in meinem grandiosen Laufjahr 2014 habe ich damals auf meinen ersten Halbmarathon hin trainiert mit seinen Empfehlungen aus dem Buch „No Meat Athlete“ und darüber gebloggt.

So ein Trainingsplan hat – neben einem gewissen Druck-Potential – auch sowas ungemein Zufriedenstellendes, wenn man sein Häkchen an die jeweilige Trainingseinheit setzen kann. Für heute hatte ich mir 3,2 Kilometer vorgenommen (im Plan standen 2 Miles, lt. Google-Umrechnung ergibt das 3,2 Kilometer) und der Alltag nahm seinen Lauf, habe alles Mögliche gemacht (man nennt es auch „arbeiten“) und plötzlich stand dieses Gewitterfront vor der Haustür.

In völliger Hektik und im Teamwork mit meinem Mann, zog ich mich in Windeseile um (wo ist mein Sport-BH? Ich find keine Laufsocken – wo sind die verdammten Laufsocken? Der Pulsgurt – der muss doch im Bad liegen, da hab ich ihn doch ausgezogen beim letzten Mal … was? Nein, da sicher nicht. Ah, im Wäschekorb? Okay …). Rechtzeitig mit den ersten dicken Tropfen schlüpfte ich zur Haustür raus und lief dem Gewitter davon.

Ich weiß, dass das recht befremdlich ist, aber ohne Trainingsplan hätte ich die heutige Einheit vermutlich „vergessen“, verschoben oder ignoriert. So rannte ich sie in persönlicher Wiedereinsteiger-Bestzeit (unter 30 Minuten, haha!) und fühlt mich wie eine Heldin, weil ich einen Haken auf meinem Plan machen durfte (und weil ich außerdem 35 Sekunden Planking mithilfe dieser Parkbank geschafft habe, im Rahmen der „Meine-10-Tage-im-Mai-Aktion“ von Beatrice Drach).

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Und dann kam ich zuhause an und entdeckte das Paket. Das Paket, das hoffentlich die Lösung für ein altes Läufer-Problem von mir barg: meine empfindlichen Zehen!

Seit einigen Tagen geht es wieder los. Ich laufe häufiger – derzeit 3- 4 x pro Woche – und die Zehen sind gereizt. Rote Stellen, keine Blasen, aber Schmerzen. Druckempfindlich, ein erster, zarter Blauschimmer auf gewissen Nägeln, … ach ja, das Laufleben hat mich wieder!

Im Gespräch mit Ultraläufer Tim Wortmann, Kollege beim Diagnostikzentrum, erfuhr ich dann zum ersten Mal von der amerikanischen Laufschuhmarke „Altra„. Mir sagte das bis dato rein gar nix, aber der Begriff der „Toe Box“ faszinierte mich. Scheinbar haben die Erfinder dieser Schuhe den zehn Zehen mehr Platz eingeräumt, als das bei anderen Schuhen der Fall ist. Das macht mich neugierig! Leider fand ich keinen Händler in der Nähe und ging das Risiko ein, sie online zu bestellen. Schnäppcheneffekt inklusive – da ich die größte Schuhgröße brauchte, dazu eine (auf dem Foto im Online-Shop) etwas merkwürdige Farbe und schon konnte ich meine Altras für 49 Euro statt 129 Euro in den Warenkorb legen, da sonst wohl niemand auf so großem Fuß lebt und/oder die Farbe scheinbar wenig begeisterte. Einen Versuch war’s wert.

Ich kann ja eigentlich noch gar nicht viel dazu sagen, denn gelaufen bin ich bisher noch nicht damit (heute ist Ruhetag).

Aber Leute, dieses Zehenfeeling beim Reinschlüpfen!

Oh, es gibt einen Laufschuh-Gott. Einen, der Schuhe für Menschen mit Zehen macht und diesen ihren Platz einräumt. Ich kann beim Gehen mit den Zehen wackeln wie Pippi Langstrumpf! Was für ein Freiheitsgefühl!

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Ich werde mich langsam rantasten, denn da die Schuhe keine Sprengung besitzen (= sie sind vorne gleich hoch wie hinten an der Ferse), ist das für mich ein spürbarer Unterschied. Gut möglich, dass der Rest meines Körpers damit erstmal zurecht kommen muss. Aber wenn ich nur ab und zu ohne Zehenprobleme laufen (und gehen) kann, dann bin ich sowas von glücklich …

 

21. April 2016
von Judith Riemer
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Von makelloser Haut und perfekter Schönheit

Ich glaube es wird mal wieder Zeit einen Tagebucheintrag zu verfassen. In letzter Zeit ist einiges passiert und wofür hat man schließlich ein Tagebuch?

Wenn einem was auf der Seele liegt, dann sollte man das auch rausposaunen können. Nicht umsonst erzähle ich in meinen Vorträgen dass es wichtig ist, „jammern“ zu können und nicht alles in sich reinzufressen. Schließlich ist das eines meiner Erfolgsgeheimnisse, dass ich, wenn es mir schlecht ging, und auch wenn es mir gut ging, meine Emotionen immer in meinem Tagebuch abgeladen habe und sie mit der Welt teilte.

In letzter Zeit häufen sich wieder die Anfragen bei mir wie ist denn mit der Haut aussieht wenn man so viel abgenommen hat. Ich habe schon einige Male darüber geschrieben und auch gesprochen und euch erzählt, dass ich bei weitem keinen makellosen Körper mehr habe (und das ist auch gut so!). Umso spannender dass ich vor kurzem gerade wegen meiner Abnahme auf eine ganz andere Art und Weise angesprochen wurde.

Sind nur schlanke Frauen schön?

Eine Frau, die auf einem meiner Vorträge war, fragte mich anschließend, ob ich in meinem Vortrag eigentlich darauf hinaus will, dass nur schlanke Frauen schön seien und das sie absolut keine Lust dazu hätte, abzunehmen. Da blieb mir erst mal der Mund offen stehen und ich überlegte in Windeseile, was um Himmelswillen ich gerade erzählt hatte, dass der Eindruck entstand, ich würde nur schlanke Frauen schön finden. Ich hatte nur meine eigene Geschichte erzählt, um mich vorzustellen. Nicht mehr und nicht weniger – dass sich dadurch jemand so angegriffen fühlt und meine Entwicklung (vor allem die optische) so stark auf sich bezog, hat mich völlig erschreckt. Hab ich bisher auch noch nie so erlebt.

Ich hab ihr dann erklärt, dass es in meinem Vorstellungs-Vortrag einzig und allein darum ging, mich als Mensch vorzustellen, meine Geschichte zu erzählen – und da gehört es nun mal dazu, dass ich Gewicht verloren habe, sorry – und dass ich in keinster Weise daran interessiert bin, irgendeinem Menschen auf dieser Welt meinen Weg aufzudrängen. Ganz im Gegenteil! Ich hab überhaupt keine Lust darauf, dass sich andere daran versuchen, mich und/oder das, was ich getan habe zu kopieren. Denn in meinen Augen funktioniert das nicht. Ich hab einfach nur meinen eigenen Weg entdeckt – und das ist es, was ich vermitteln möchte – jeder von uns hat seinen eigenen Weg.

Eine Entwicklung wie die meine zu durchleben erfordert, dass der oder diejenige sich intensiv mit sich selbst beschäftigt und herausfindet was für einen Weg er oder sie gehen kann, der ihm Freude bereitet. Es geht nicht darum, einen vorgefertigten Weg zu beschreiten den jemand anderer vorbereitet hat. Klar ist den eigenen Weg zu finden manchmal anstrengend, kostet Zeit und man durchlebt viele Höhen und Tiefen.

Zum Thema Gewicht und ob nur schlanke Frauen schön sind möchte ich sagen, dass ich auch mit meinem Übergewicht immer noch ich war. Immer und zu jedem Zeitpunkt. Die Frau, die mich angesprochen hatte, war besonders auf mein Vorher-Nachher-Bild fixiert und fragte, ob denn die dicke Frau auf dem Bild etwa weniger attraktiv wie die andere, schlankere, wäre. Nein, es war einfach eine andere Form von mir. Ich war immer schon ich, ob nun mit 100 Kilo oder mit 70 Kilo. Es macht keinen großen Unterschied. Nicht mehr. Ich liebe das Bild von mir, auf dem ich mit meinen vielen Kilos den Frauenlauf laufe. Ich habe meinem Körper damals zugetraut, dass wir das zusammen schaffen – und wir haben es geschafft. Wir waren damals schon ein Team. Und darum geht es.

Königsdisziplin Selbstliebe? Oder doch ganz einfach.

Ich zitiere an dieser Stelle meinen Mann Bernd,  den ich vor einigen Jahren als ich noch stark übergewichtig war, gefragt habe, ob ich ihm trotzdem gefalle.  Er hat mir geantwortet, dass ich ihm immer gefallen würde und dass er nur möchte, dass ich gesund bin. Das war seine einzige Forderung, die er jemals gestellt hat.

Ich denke, das sagt alles aus. Worum es geht, wenn ich jemanden liebe. Dann ist die Körperform nicht im Vordergrund, sie ist nicht die Hauptsache und dennoch ist sie wichtig, denn sie sagt etwas darüber aus, wie gesund dieser Mensch ist, den ich liebe – das gilt übrigens für zu dick und für zu dünn. Genauso verhält es sich mit dem eigenen Körper. Für mich ist es ein Akt der Selbstliebe, meinen Körper und sein Gewicht dorthin zu bewegen wo er gesund ist und sich wohl fühlt. Übergewichtig zu bleiben, aufgrund der Angst, dass meine Haut, wenn ich abnehme schlabbrig wird oder Falten wirft, hat für mich nichts mit Selbstliebe zu tun.

Wenn ich mich genug selbst liebe, um mich gesund sein zu lassen und mich gesund werden zu lassen, dann bin ich auf dem richtigen Weg meiner Meinung nach.

Es ist schön, dass mir mein Partner vorgelebt hat, wofür ich fast zehn Jahre gebraucht habe, um es selber zu verstehen und mir diesen Weg zu erlauben.

Ich habe übrigens im letzten Jahr nach und nach circa sechs Kilo wieder zugenommen und habe eine einige Zeit lang damit gehadert gedacht ich müsste es schnellstmöglich wieder los werden. Aber wenn ich in den Spiegel sehe, finde ich mich schön – nicht alles an mir und auch nicht jeden Tag – aber grundsätzlich finde ich mich schön. Mein Körper ist gesund, ich kann mich bewegen, ich kann mich ernähren so wie es mir schmeckt und Freude macht. Ich muss mich weder kasteien noch auf etwas verzichten.

Was ich damit sagen will:

Wenn du das nächste Mal überlegst, ob du lieber pummlig bleibst, damit deine Haut schön straff bleibt oder weil du Angst hast das dein Partner dich verlässt, wenn du plötzlich neue Seiten aufziehst, dann überleg dir doch bei dieser Gelegenheit wie viel Selbstliebe hinter dieser Entscheidung steckt. Und wenn du an einen Punkt kommst, an dem du diese berühmten 3-4-5 oder 6 Kilo zu viel hast, von mir aus auch zehn und du trotzdem gesund bist und alles tun kannst was du möchtest, dich bewegen kannst, keine Schmerzen hast – dann überleg dir doch, ob du dich auch mit diesem Gewicht annehmen und lieben kannst.

Dass ich mit meinem Weg in die richtige Richtung gehe und wahre Veränderung erst entstehen kann, wenn ich mich jetzt annehme, wie ich bin (auch mit 6 kg mehr oder mit 10 oder mit 30 oder mit Dehnungsstreifen und Speckröllchen und, und, und …) zeigte mir übrigens eine Begegnung, die ich gestern erlebt habe. Christian Holzknecht, ein erfolgreicher und begnadeter Fotograf und toller Mensch, schrieb vor kurzem auf seiner Facebookseite aus einem Impuls heraus, dass er ein Fotoshooting verschenke möchte. Alles, was man tun musste, war ihm eine Nachricht zu senden mit der Idee, was man fotografieren wollte, mit welchem gedanklichen Hintergrund – quasi die Story zum Bild. Ich hab’s getan und ihm geschrieben, dass ich – aufgrund der vergangenen Erlebnisse – so Lust hätte auf ein umgeschminktes, echtes Bild, das Mut machen soll. Er bekam sehr viele Zuschriften und um es kurz zu machen: Er hat mich gestern zu sich in sein Studio eingeladen und wir haben 3 Stunden lang geredet. Ein Mann, der Models vor der Kamera hat, die mehrere Tausend Euro pro Tag verdienen, der für den Playboy Bilder schießt und die schönsten Frauen dieser Welt fotografiert, saß gestern vor mir und erklärte mir, dass wir alle perfekt sind, wie wir sind. Jetzt. Genau jetzt. Nicht dann, wenn … Jetzt sind wir perfekt. So wie wir sind.

Überleg dir das bitte mal: Du bist jetzt perfekt. Heute schon.

Bitte, was nimmt das für einen Druck raus aus der ganzen Story! Merkst du das?

Ist im ersten Moment etwas ungewohnt, so etwas zu denken, ich weiß. Aber ich glaube, das kann man üben. Christian Holzknecht werde ich in dieser Angelegenheit noch öfter zu Rate ziehen, da wir in ähnlicher Mission auf dem Weg sind. Da geht noch was. Wenn du noch mehr von ihm hören willst, sieh dir dieses Video zur Miss-Wahl in Vorarlberg an, Christian ist in der Jury und gibt ein Hammer-Statement ab (ab Minute 2:33).

Und natürlich haben wir nicht nur geredet, sondern auch fotografiert. Für mich sehr faszinierend, wie er mich sieht und welche Fotos entstanden. Im Vergleich zu Bildern, die vor 2 Jahren entstanden sind, wirke ich erwachsener. Die Reise geht weiter. Ungeschminkt und mit harten Kontrasten, die auch noch jede Hautunreinheit hervorheben. Ohne Retusche. Das bin ich heute.

Perfekt. Wie du auch.

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21. Februar 2016
von Judith Riemer
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Jetzt spinnt sie wieder!

Oh mein Gott, liebes Tagebuch! Weißt du eigentlich wie schwierig es für einen kreativ-unstrukturierten Chaoten wie mich ist, Training, Selbständigkeit & Studium unter einen Hut zu bekommen? Bitte gib mir einfach drei Hüte dafür – oder besser gleich fünf. Wer weiß, was mir noch alles einfällt!

Momentan arbeite ich an folgenden Baustellen:

  • Judith vs. Zeitmanagement allgemein
  • Judith vs. adäquate Zielsetzung im Trainingsbereich
  • Judith vs. körperliche Defizite
  • Judith vs. Zeitmanagement beim Kochen
  • Judith vs. Wissenschaftliches Arbeiten (ich will so schreiben, wie ich bin – du darfst nicht!)

Im Großen und Ganzen bin ich eh zufrieden, denn ich trainiere und habe Spaß daran. Ich esse, und es schmeckt mir. Aber ich habe ständig das Gefühl, nur „irgendwie so“ halt „irgendwas“ zu machen. Mir fehlt meine Strukturiertheit (das Wort gibt es nicht, oder? Heißt das nicht einfach Struktur? Aber das klingt so langweilig.) vom vorletzten Jahr.

Als ich mit Trainingsplänen ausgestattet war, mit Daten aus der Diagnostik und einem klaren, deutlichen Ziel vor Augen.

Überhaupt, wenn ich es mal runterbreche, ist es vielleicht einfach nur das: ein klares Ziel.

Kann es so einfach sein? 

Darf es so einfach sein? 

Wieso eigentlich nicht? 

Und just in dem Moment als mich die schiere Ausweglosigkeit (buhuuuuu, ich will ein Ziel, aber was für eins – Marathon ist noch zu früh dieses Jahr – Halbmarathon ja, nett, aber auch erst im Herbst – buhuuuu, ich will ein Ziel – irgendwas Nettes – irgendwas Verrücktes – irgendwas wo man nicht schnell sein muss – IRGENDWAS!) gepackt hatte, flatterte es mir vor die Füße.

Das Ziel. 

In Form einer e-Mail von meinem Netzwerk-Partner & Kunden Markus Weber, der mich bat, im neuesten Newsletter des Diagnostikzentrums auch noch die Ankündigung für den Spinning-Marathon im März 2016 einzubauen.

Spinning-Marathon?

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Sämtliche Alarmglocken schrillten in meinem Kopf. Ich war plötzlich wieder 25 Jahre alt und sah mich schwitzend und glücklich in einer 15 Quadratmeter großen, dunklen Kammer (ok, das ist übertrieben) mit 9 anderen Spinnern (das stimmt aber), die sich 4 Stunden lang zu unsagbar lauter Musik im Rhythmus bewegten bis die vier Buchstaben förmlich glühten. Das war eine der besten sportlichen Veranstaltungen meines damaligen Lebens – ok, es war auch die einzige, an der ich teilgenommen habe. Aber egal.

Jedenfalls war ich gleich Feuer und Flamme für den 6-Stunden-Spinning-Marathon am 19. März 2016.

Schließlich bin ich sowas von bereit:

Ich habe in der letzten Zeit mindestens 3 x trainiert auf meinem Bike und im Studio. Und die Tchibo-Bike-Hose Baujahr, 2005 sitzt auch immer noch. Ok, der Gummi ist nicht mehr so elastisch. Aber sonst alles gut.

Damals lag ich am Tag nach dem Spinning-Marathon halbtot zuhause rum, weil ich es völlig übertrieben hatte.

Kann ich das jetzt besser?

Wir werden sehen – und vielleicht noch sämtliche Braziers und Rolls zu Rate ziehen, wie ich mich verpflege. Denn ich hab mich angemeldet. Ich werde es tun.

Und jetzt sofort, mach ich mir einen Trainingsplan. Ich alleine für mich.

Ich kann das. Denn ich studiere jetzt Gesundheitspsychologie und beschäftige mich mit Selbstwirksamkeit. Spannendes Thema.

Wenn ich bloß mehr Zeit hätte, darüber zu lesen. Vielleicht beim nächsten Spinning-Training.

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Und falls ihr euch fragt, wie ich dieses sensationelle Foto geschossen und verziert habe: Snapchat macht’s möglich!

Letztes Wochenende gaben mir meine zauberhaften Nichten (17 und 19 Jahre alt) eine umfassende Einschulung in dieses neue Medium. Ich kenn mich trotzdem hinten und vorne nicht aus. Sende aber mal sämtliche möglichen und unmöglichen Fotos irgendwo ins Nirwana. Wer sie ansehen möchte kann das tun. Ich bin ja sowas von öffentlich unterwegs. Mein Name ist mein Name (wer hätte es gedacht) und so findet ihr mich unter Snapchat auch als Judith Riemer oder judith_riemer. Ist man da als Ü30 überhaupt? Oder verhalte ich mich jetzt nicht meinem Alter entsprechend? Ach, wenn interessierts – machen wir doch, was wir wollen.

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15. Februar 2016
von Judith Riemer
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Gehe zurück auf Los – dann los!

Gestern bin ich zum ersten Mal seit langem drei Kilometer ohne Gehpause gelaufen. Wer hätte gedacht, dass ich mal wieder so weit unten anfangen darf. Aber ja, es geht schneller als man denkt. Ich fühlte mich wieder wie ganz am Anfang meines Projekts und ich weiß grad nicht, ob mir das gefällt. Irgendwie ja schon, denn jedem Anfang wohnt ein Zauber und so weiter – oder?

Naja, nicht immer. Manchmal sind Anfänge auch einfach nur mühsam. Bis sie leicht werden. Ich vermute, das hat viel mit der Psyche zu tun. Dieser doofe Gewohnheitseffekt. Ich war schon mal dran gewöhnt, jede Woche 5 x zu laufen, ohne Schmerzen. Im zweistelligen Kilometerbereich. Dann kam alles anders, ich begann einen Job, der mich nicht wirklich glücklich machte und mir – so empfand ich es – viel Zeit und Energie stahl. Energie, die ich für mein Laufpensum gebraucht hätte. Und das Laufpensum hätte ich gebraucht, um Energie für den Job zu haben. Dann habe ich mich daran gewöhnt, weniger zu laufen und plötzlich war jedes „Mehr“ wieder anstrengend.

Ein Teufelskreis. Ihr kennt das. Oder?

Wenn ich aus dieser Sache eines gelernt habe (abgesehen davon, dass mehr Dehnübungen nicht verkehrt wären zwecks verspannter Körperteile, die dann beim Laufen schmerzen), dann wohl das: Laufen und Arbeiten funktioniert, wenn ich dem Laufen die angemessene Priorität schenke.

Das funktioniert jetzt langsam wieder und was mich besonders freut: Mein Körper hat sich scheinbar nicht damit abgefunden, dass wir jetzt wieder weniger tun. Er freut sich über jede Bewegung und je abwechslungsreicher, desto besser. So haben wir angefangen im Studio am Rudergerät miteinander Spaß zu haben. Mir tut zwar heute alles weh, aber das war’s wert. Scheinbar zahlt sich mein Projekt, das nun auf den vierten Geburtstag steuert, langsam aus.

Ich falle nicht mehr so schnell zurück in alte Muster (auch wenn ich mir sehr bewusst bin, dass ich das noch draufhabe). Das lässt sich vielleicht auch mit dem transtheoretischen Modell der Verhaltensänderung erklären, das wie eine Spirale aufgebaut ist – ach ja, schon gut, dass ich mir ausgerechnet ein Psychologie-Studium ausgesucht habe. Das erklärt doch so einiges. Und Selbsterkenntnis ist doch der erste Weg zur Besserung, oder?

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1. Februar 2016
von Judith Riemer
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Haferluja! Abwechslung in der veganen Getreideküche

Heute zur Abwechslung ein Futterposting. Nachdem ich in den vergangenen Wochen mal wieder ein ausschweifendes Selbstexperiment gemacht habe, dessen Ausgang sowieso vorhersehbar war (aber g’schmeckt hat’s halt trotzdem), ist es langsam an der Zeit, wieder in geregelte Futterbahnen zu finden.

Wir halten mal kurz fest, dass Weizen in Form von Nudeln und weißem Brot mich nach wie vor unendlich gefräßig machen und Vollkornreis immer noch nicht zu meinem Lieblingsfutter gehört, obwohl er so gut für meine Gesundheit wäre.

Da kam es mir grad sowas von recht, als mich Theresa von der Kampagne „Hafer – Die Alleskörner“ (eine Initiative der deutschen Hafermühlen im VDGS e.V.) anschrieb und fragte, ob ich nicht Lust hätte, was über Hafer zu schreiben. Erst dachte ich mir, was oll ich denn da schreiben? Haferflocken sind doch irgendwie langweilig. Aber dann sendeten mir die Hafermühlen-Menschen freundlicherweise eine Auswahl an Hafer-Produkten und ich war überrascht, was es da so alles gibt: Hafergrütze, Haferkleie, Hafermehl, feiner Haferflocken, grobe Haferflocken …

Für mich sehr praktisch, da ich pflanzliche Alternativen zu Weizen entdeckte, die zwar nicht glutenfrei sind, aber (logisch) weizenfrei. Weizen versuche ich zu reduzieren, weil es mich a) gierig macht (siehe oben) und b) wenn ich viel davon esse, mir meine Fingergelenke anfangen zu schmerzen.

Und scheinbar ist Hafer ja das totale Sportlerkorn! Wer würde sich dem verweigern wollen? Ich kann alles brauchen, was mich auf die Sportschiene bringt und wenn das Hafer mit seinen komplexen Kohlenhydraten und seinem superguten pflanzlichen Eiweiß ist, dann bin ich gerne dabei! Ich schreib jetzt hier nicht genau auf, was Hafer alles kann und hat, denn das findet ihr hier auf den Seiten der Hafer-Kampagne gut zusammengefasst.

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Hafer kannte ich bisher ausschließlich als Haferflocken-Müsli am Morgen. In der Zwischenzeit habe ich Hafergrütze mit Gemüse zum Abendessen gekostet und wir haben coole Linsenburger dazu gebracht, sich zusammenzureißen statt auseinanderzufallen, weil wir feines Haferflockenmehl zum Binden verwendet haben. Außerdem haben wir ein gschmackiges Haferbrot gebacken mit einer Brotbackmischung, die zwar auch Weizenprotein enthält, aber zum Großteil aus Hafer besteht.

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Mein erstes Hafer-Fazit:

Hafergrütze ist eine gute Alternative zu anderen Getreidesorten und kann ohne weiteres auch herzhaft gegessen werden. Gefräßigkeitsfaktor: niedrig! (und das ist super für einen Garfield wie mich)

Haferbrot ist lecker, relativ einfach zu backen mit der Backmischung, schmeckt genial mit süßem Belag oder auch mit Tomaten, Gurken etc. Gefräßigkeitsfaktor: leider hoch – aber in Kombination mit ganz viel Gemüse wie z.B. als Pfannenbrot mit Röstgemüse geht’s besser.

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Morgen gibt’s dann ein Haferflocken-Frühstück und Part II meiner Hafer-Erlebnisse gibt’s dann mit Rezept auf meinem anderen Blog mybodyhappiness.

 

 

 

 

 

24. Januar 2016
von Judith Riemer
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3 Dinge, die dir keiner übers Laufen verrät

Irgendwie ist ja schon alles anders geworden, seit ich angefangen habe, zu laufen. So richtig zum Nachdenken darüber kam ich eigentlich nie. Jetzt schon. Denn jetzt kann ich ja grad nicht laufen. Erkältung, blablablubb. Dabei fiel mir auf, dass mir der Sch*** schon ganz schön fehlt.

Und mir fiel auf, dass sich ganz schön viel verändert hat, seit ich angefangen habe, regelmäßig Abschnitte meiner Lebenszeit an der frischen Luft zu verbringen.

  1. 08/15 – reicht mir nicht mehr!
    Ich bin anspruchsvoller geworden. Das tun, was jeder tut, weil es jeder tut – interessiert mich nicht mehr. Ich habe inzwischen das Gefühl, dass mein Leben etwas ganz Besonders sein darf. Nur weil andere um mich herum das Gewohnte leben, ist es nicht verkehrt, wenn ich für mich etwas anders möchte. Umgekehrt übrigens auch nicht.
  2. Huch, das bin ja ich!
    Ich habe mich selbst kennengelernt. Schmerzen hier, Hunger da – die körperlichen Signale sind nicht zu überhören und zu übersehen, wenn du „draußen“ bist und mit deinem Körper Laufen übst. Ich weiß plötzlich wieder, was Hunger bedeutet (statt vorsichtshalber mal was in den Mund zu stecken für den Fall, dass ich in 3 Stunden sowas wie Hunger bekommen könnte). Ich weiß auch ohne Pulsuhr, ob mein Herz so schnell schlägt, wie es gut für mich ist oder ob ich Tempo rausnehmen sollte. Allein das ist sowas von cool! Das kann der Großteil der Menschen nicht einschätzen – ich schon.
  3. Berlin, Frankfurt, Wien & München – statt Möggers City
    Meine Welt hat sich verändert. Vom kleinen 500-Seelen-Dorf bin ich aufgebrochen in die Städte, in denen meine Freunde wohnen. Freunde, die ich übers Laufen kennengelernt habe. Freunde, die dieselben Träume wie ich haben. Es gibt mittlerweile kaum eine Stadt, wo ich niemanden kenne, den ich gerne mal „in echt“ treffen würde. Als ich im Februar 2015 nach Hause gefahren bin und der Zug gerade den Münchner Bahnhof verließ, habe ich mir versprochen, dass meine Welt nie wieder so klein wird, wie früher. Auch wenn ich mein Heimatdorf liebe und immer froh bin, wieder zurückkehren, wenn ich weg war. Ist halt mein Zuhause.

Das sind alles Dinge, die mir vorher keiner verraten hat, als ich angefangen habe, mit dem Laufen. Vielleicht auch besser so. Hätte ich eh nicht geglaubt. Vermutlich hätte es mir auch Angst gemacht, denn was vielleicht die wichtigste Erkenntnis für mich ist: Ich kann nicht mehr zurück – und solche „No Return“-Aussagen sind ja grundsätzlich unheimlich. Aber es geht nicht mehr – es haben sich grundlegende Dinge in mir drin verändert. Oder vielleicht ist „verändert“ das falsche Wort. Vielleicht waren sie immer schon da und sind jetzt zum Vorschein gekommen. Das lässt sich jetzt nicht mehr verstecken und ich will es auch nicht.

Deswegen sehe ich jetzt anders aus, als noch vor vier Jahren. Und zwar so anders, dass Menschen, mit denen ich vor 6 Jahren zusammengearbeitet habe (in einem Büro), heute an mir vorbeilaufen und sich sogar 2 Stunden mit mir im selben Raum aufhalten können – ohne dass sie mich erkennen. Finde ich spannend und es ist auch lustig und befreiend. Als ob ich eine neue Identität bekommen hätte.

Deswegen kann ich jetzt nicht mehr den Job machen, den ich noch wenigen Wochen, Monaten und Jahren gemacht habe. Denn das passt nicht mehr (siehe „Ansprüche“ bei Punkt 1 oben). Ich musste mir meinen Beruf/ meine Berufung neu erfinden und verbringe jetzt meine Tage mit Dingen, von denen ich vor 5 Jahren noch nicht mal gewusst habe, dass es sie gibt – geschweige denn, dass ich sie kann. Auch so ein Punkt: Ich glaube jetzt von Haus aus, dass ich sowieso alles kann. Außer Bocksprünge und richtig schnell laufen.

Deswegen kann ich jetzt nicht mehr essen, was ich früher gegessen habe. Weil ich jetzt auf mich aufpassen muss. Hätte ich früher auch gemusst, aber da war’s mir wurscht. Jetzt nicht mehr. Und auch wenn ich hin und wieder Wurschtigkeits-Phasen habe, ist die Richtung eine völlig andere und ich weiß, ich bin auf dem richtigen Weg.

Und weil das alle immer schön klingt, wenn man so pathetisch daherschreibt, hänge ich mal wieder ein ein altes Foto von mir dazu (Frühling 2011), dass diese Veränderung so deutlich darstellt, dass ihr den Blog-Artikel dazu eigentlich nicht lesen müsstet. Macht’s trotzdem. Mich freuts.

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17. Januar 2016
von Judith Riemer
8 Kommentare

Goldene-Milch-Smoothie

Ja, Leute – das neue Jahr hat schon angefangen und hier ist immer noch nix Neues passiert. Unglaublich! Ich wurde ja sowas von ausgebremst mit Jahresanfang, das es schon beinahe unverschämt ist. Aber, statt lange rumzujammern, konzentriere ich mich einfach auf das, was geht (Essen) – statt auf das, was nicht geht (Laufen). Kurzes Update, für alle die es verpasst haben: ich bin mit einer dicken, bösen Erkältung geschlagen, die ein wenig mehr ist als das übliche Leidenstheater (ein Kollege meinte neulich: „Das klingt ja schlimmer als Männerschnupfen“ – ist es auch). Deswegen muss mein sportlicher Start 2016 noch ein wenig warten, aber hey, das bin ich ja schon gewohnt. Also widmen wir uns den schönen Dingen des Lebens:

Goldene Milch

ist im Ayurveda schon lange bekannt als wertvolles Getränk, das weit mehr ist als nur eine kleine Zwischenmahlzeit. Goldene Milch ist ein wahrer Schatz für die Gesundheit. Beim Recherchieren bin ich auf den Blog von Lea gestoßen, die sogar ein komplettes Rezept mit wunderschönen Bildern veröffentlicht hat über die Herstellung der goldenen Milch.

Da ich vor kurzem vom Diagnostikzentrum beauftragt wurde, einen schönen Winter-Smoothie zu kreieren, dachte ich mir, was als Milch schmeckt, ist als Smoothie bestimmt mindestens genauso lecker. Und da meine Erkältung zwar abklingt, aber bei weitem noch nicht Geschichte ist, kam mir diese Gelegenheit gerade recht. Denn vor ein paar Tagen habe ich beim Einkaufen bei den Gewürzen etwas ganz Wunderbares entdeckt: ein Päckchen „Kurkuma Latte Vanille“ von Sonnentor. Das passte perfekt für meine Smoothie-Pläne.

Hier also das Rezept für meinen „Golden Winter Smoothie“

250 ml Cashewmilch (selbermachen oder z. B. bei DM kaufen)
1 TL „Kurkuma Latte“ z. B. von Sonnentor
1 getrocknete Feige
1 kleine Banane
1 mittelgroße Birne
50 ml Kokosmilch (optional)
1 TL Dattelsirup (optional)

Die Cashewmilch mit dem TL „Kurkuma Latte“ kurz aufkochen lassen. In der Zwischenzeit die restlichen Zutaten in grobe Stücke schneiden und in den Mixer geben. Mit der erwärmten Milch auffüllen und für ca. 1 Minute pürieren.

Reicht für 2 Portionen & macht schön warm.

Kurkuma, Zimt, Kakao & Co – der Mehrwert für unsere Gesundheit

Und hier noch ein paar Hard Facts zu den Zutaten, des „Kurkuma Latte“-Gewürzmischung von Sonnentor. Ein großer Dank für’s Recherchieren gebührt meinem Mann, der den heutigen Sonntagnachmittag ganz ins Zeichen von Kurkuma gestellt hat.

Kurkuma: allgemein stärkend und kräftigend, entzündungshemmend, blutbildend, unterstützt die Proteinverdauung

Zimt: krampflösend, schmerzstillend, blutzuckerregulierend, antibakteriell, magenberuhigend

Kakao: entspannend, euphorisierend, blutdrucksenkend

Ingwer: antibakteriell, entzündungshemmend

Vanille: muskelstärkend, stoffwechselfördernd

Süßholz: entzündungswidrig, schmerzlindernd

Pfeffer: abwehrkräftebildend, entkrampfend

Falls es wer von euch ausprobiert, würde mich interessieren, ob euch das auch so schmeckt, wie mir. Schreibt mir doch ein Kommentärchen 😉

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31. Dezember 2015
von Judith Riemer
1 Kommentar

Alter Kaugummi und neues Jahr

Das alte Jahr endet wie es angefangen hat. Mit einem Läufchen. Muskelkater – bedingt durch die wiederholten Fitness-Studio-Besuche (ich sollte es vielleicht so machen wie das Rentner-Trio, das sich nach dem gemütlichen Radfahren direkt auf der Sofa-Ecke niederlässt und dann bis zum Abwinken Kaffee trinkt – dann wär’s mit dem Muskelkater vielleicht nicht ganz so schlimm, die Alten wissen schon, was gut tut, das muss man ihnen lassen), sorgte dafür, dass das Laufen nicht ganz so harmonisch verlief, wie ich es mir gewünscht hätte.

In Wirklichkeit habe ich mich gefühlt, wie ein alter Kaugummi. Ihr wisst schon, einer von der Sorte, der nicht mehr so elastisch ist, sondern bei der geringsten Überstrapazierung zu reißen droht.

Aber da macht ja mal sowas von gar nichts! Es ist nebensächlich, völlig egal, egal, egal. Denn auch bei diesem fragwürdigen Lauferlebnis, bei dem ich sogar (absichtlich) mehrfach gewalkt bin und noch nicht mal 4 Kilometer geschafft habe, habe ich eindeutig gespürt, dass ich am Leben bin.

Und das ist es wert. Jeden zähen Kaugummi-Schritt. Welcome back, Turtlerunner.

Fangen wir also wieder von vorne an.

Ich wünsche euch allen ein gutes neues Jahr, starke Beine (wenn ihr wollt – manchmal sind schwache Knie auch ganz nett), viel Luft & Lust, ein Herz, das schlägt und die Erkenntnis, dass Laufen schon lange nichts mehr mit „müssen“ zu tun hat.

Wir sehen uns 2016.

Die Judith

 

Judith’s Private Silvesterlauf 2015 Judith's Private Silvesterlauf 2015

17. Dezember 2015
von Judith Riemer
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Wenn das Jahr zu Ende geht

… und man feststellt, dass man in den letzten drei Monaten gerade mal drei minimalistische Blog-Artikel geschrieben hat, dann wird es mal wieder Zeit für den allseits beliebten Jahresende-Rundumschlag-Blogartikel, mit dem man alles aufarbeitet, was man die letzten Wochen und Monate nicht geschafft hat.

So. Und was soll ich jetzt schreiben?

Hmpf.

Ich versuch es mal mit der reduzierten Version. Vor einiger Zeit, als ich beschloss, mein damaliges Leben zu ändern und zur Läuferin zu werden, war ich voller Tatendrang und motiviert bis in die Haarspitzen (die ich damals noch hatte). Und gleichzeitig war ich sehr, sehr blauäugig. Was vermutlich daran lag, dass ich – genetisch bedingt – blaue Augen habe. Aber ungeachtet dieser Tatsache, war ich doch tatsächlich der Meinung, ich könnte einen Teil meines Lebens umkrempeln und alles Weitere würde laufen wie bisher.

Was ich 2015 gelernt habe: Nein, so funktioniert das nicht. Ein wunderbarer Kollege, Freund und hoffentlich Bald-Geschäftspartner, der seines Zeichens Coach und Kommunikationswunder ist, sagte vor kurzem zu mir: „Wenn du einen Teil des Systems änderst, dann hat das immer auch Auswirkungen auf den Rest des Systems.“

Ja ja, mein liebes System. Machen wir’s kurz: Ich hab mich für gute sechs Monate in die reguläre Arbeitswelt geworfen und mir die Finger beim Arbeiten so richtig schmutzig gemacht. Gleichzeitig wurde die Flamme der Motivation immer kleiner. Die Zeit wurde weniger, meine „Mission“ verblasste, mein Grübeln wurde lauter und anhaltender. Gleichzeitig traten kleinere Verletzungen (woher auch immer) auf den Plan, ich konnte nicht mehr laufen und es war mir eigentlich schon fast egal … aber das Leben an sich ist ja gar nicht so schrecklich und warf mir immer wieder kleine Zaunpfähle in den Weg. Oder mitten ins Gesicht.

Das waren dann die Situationen, in denen mein Motivationsflämmchen auf einmal wieder hell loderte und beinahe einen intrinsischen Flächenbrand ausgelöst hätte. Zum Beispiel der Moment, als ich die Zusage bekam, dass ich trotz meiner verwerflichen Österreich-Berufsmatura, an einer deutschen Hochschule studieren darf und das auch noch selbstbezahlt! Oder das Wochenende auf der Alm im Montafon, als ich mit 14 wunderbaren Menschen ein Schweinehund-Wochenende feierte und gemerkt habe, dass es das ist, was ich tun will. Nein, nicht tun will – tun MUSS (also nicht das Feiern, sondern eher das Lernen und Lehren des Umgangs mit dem Schweinehund und wie man endlich, endlich, endlich in Bewegung kommt!). Oder das Wochenende in Wien Ende November, als ich vor völlig fremden Menschen einen Vortrag hielt, meine Geschichte erzählte und hinterher merkte, dass die eigentlich alle ganz lieb waren und das, was ich erzählte, auch noch richtig gut fanden. Oder als wir hinterher gemeinsam mit den Jungs & Mädels vom Team vegan.at beim Essen waren und ich so da saß, den Gesprächen über Orientierungslauf und 100-Kilometer-Läufen lauschte, andächtig meine vegan Schoko-Noisette-Torte in mich löffelte und spürte: „Das ist es. Da gehörst du hin. Da bist du zuhause.“ Oder der Moment am vergangenen Samstag, als ich im neu eröffneten Fitness-Studio auf der Bank saß beim Rudern mit Kabelzug und sämtliche Muskelzellen laut gebrüllt haben: „YESSSSS! WIR SIND WIEDER DA!“

Von 2012 – 2014 habe ich das Aussehen meines Körpers grundlegend verändert. 2015 war das Jahr meines Geistes. Ich habe selten so viel gelernt über mich und mein Leben und wo es hingehen soll, wie in diesem Jahr. Und ich danke allen, die daran beteiligt waren. Ob das die Arbeitskollegen waren, die wohl nie verstehen werden, wieso ich einen Dichtring nicht von einem Keilriemen unterscheiden kann und jederzeit einem Salatblatt den Vorzug gegenüber der Leberkässemmel geben würde oder der FH-Professor, der auf meine Studiumswünsche hin sagte: „Sie haben schon so viel geschafft – wieso sollten Sie das nicht auch noch packen?“ Oder Markus Weber vom Diagnostikzentrum, der ganz fest überzeugt davon ist, dass wenn irgendjemand die Menschen von der Couch holen kann, die sich niemals im Leben mit Sport beschäftigen würden, ich das bin und mich deswegen in so viele Projekte involviert und mir sein Vertrauen schenkt. Oder meine liebe Freundin Brigitte, die ich immer anrufen kann, wenn mein Leben mal wieder mit Holz um sich wirft und ich nicht erkennen kann, was davon der Zaunpfahl ist und was nur das Brett vorm Kopf.

Alleine über diese Menschen könnte ich ein Buch schreiben, denn es gibt noch viele, die ich hier nicht genannt habe. An dieser Stelle wünsche ich euch, dass ihr ebenso tolle Menschen an eurer Seite habt oder noch findet. Und wenn ihr sie gefunden habt, dann bleibt in ihrer Nähe. Es gibt kaum etwas, dass einen so weit bringt, wie Menschen, die an einen glauben. Denn irgendwas muss ja dran sein, wenn dich gleich mehrere Menschen toll finden, oder? 😉

Eigentlich wollte ich heute eine Buchrezension schreiben … aber ich glaube, das lass ich mal bleiben. Rich & Brendan kommen dann demnächst dran, die beiden sind geduldig. Ab dem neuen Jahr werde ich hoffentlich wieder regelmäßiger bloggen, denn die Weichen sind schon gestellt für ein neues Leben bzw. einen neuen Alltag. Zwar keineswegs stressfreier, aber dafür sehr selbstbestimmt.

Ach so, bevor ich es vergesse: ich studiere ab Januar „Prävention & Gesundheitspsychologie“ mit Schwerpunkt Betriebliches Gesundheitsmanagement. Hauptberuflich bin ich ab Januar wieder komplett selbständig als Texterin und im Teamwork mit ein bis zwei ganz speziellen Partnern auch in Sachen Blog, Kommunikation & Social Media und außerdem steige ich bereits jetzt voll in das Thema Betriebliche Gesundheitsförderung ein – in Kooperation mit dem Diagnostikzentrum. Vorträge, Workshops auf der Alm und meine Turtlerunner-Online-Kurse sorgen dafür, dass mir 2016 ganz bestimmt nicht langweilig wird.

Und ganz leise schmiede ich auch wieder Laufpläne … ganz kleine, zarte erstmal. Zeit zu wachsen bleibt genügend.

Ich freu mich auf 2016 und sage auch euch allen hier DANKE, denn ihr seid ja so cool – sogar wenn ich wochen – oder monatelang gar nichts schreibe, wird dieser Blog täglich bis zu 100x aufgerufen. Und das finde ich äußerst bemerkenswert. Da fällt mir noch was ein, wenn ich grad an die Bloggerkollegen denke. Ich wurde vor Monaten zu einem Liebster-BlogAward nominiert, wo ich hätte Fragen beantworten sollen von der lieben Nina von der Vegankombüse. Hab ich sträflicherweise nicht gemacht.

Aber eine Frage werde ich heute ganz exklusiv beantworten und wehe, ihr verratet das irgendjemandem:

Was wissen die wenigsten über dich?

Okay. Ich gebe es also heute offiziell zu: Ich sehe mir jeden Freitagabend Wrestling auf ProSieben Maxx an und bin großer Fan der irren Wyatt-Family. Das weiß so gut wie niemand über mich und ich hoffe, das bleibt auch so. Zumindest bis ich mich ins Diva’s-Challenge-Outfit trainiert habe und selbst in den Ring steige.

Ich wünsche euch ein geruhsames, restliches 2015 und bin mir sicher, wir laufen uns 2016 wieder irgendwo über den Weg!

Eure Judith

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