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Mein Weg von der Couch über die Ziellinie

18. Juli 2016
von Judith Riemer
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Laufschuhberatung oder nicht – das ist hier die Frage!

Das Thema Laufschuhberatung in meinem Läuferleben scheint ein unendliches Kapitel zu werden. Ich weiß ja nicht, wozu du in ein Geschäft mit Laufschuhen gehst, aber ich geh jedenfalls dahin, um mir welche zu kaufen. Oder zumindest, um mich beraten zu lassen. Beim Versuch, das wieder einmal zu tun, bin ich vergangenen Samstag kläglich gescheitert.

Und an dieser Stelle frage ich mich mal wieder, was in einem Verkäufer vorgeht, vor dem ein Kunde steht, der mit Geld wedelt. Fluchtreflex? Panikattacken? Akutes Gehirnvakuum?

Ich dachte immer, Verkäufer wären da, um zu verkaufen. Und der positive Teil in mir, der denkt sogar, die machen das, weil es ihnen Freude bereitet. Verkäufer aus Leidenschaft und so. Mittlerweile glaube ich aber auch, dass es Verkäufer aus Langweile und Alternativlosigkeit geben muss. Sorry, ich weiß, das ist ganz schön fies. Aber es ist doch völlig nebensächlich in welchem Beruf: Wenn jemand vor mir steht, der offenkundig ein Problem hat, welches ich lösen kann – dann mach ich das! Und wenn ich es nicht machen will, dann such ich mir einen anderen Job, wo ich keine Probleme lösen muss. Sondern vielleicht welche schaffen darf.

Aber kurz zum Sachverhalt: Letzten Samstag, Runners Point im Lindaupark – mein zweiter Versuch, dort Laufschuhe zu kaufen. Versuch Nummer 1 war 2012 mit ca. 95 Kilo und einem unbezahlbaren Gesichtsausdruck der Verkäuferin, als ich mich für einen Pulsmesser interessierte (Achtung – Kunde wedelt mit Geld und droht mit Auftrag!). Verkäuferin meinte damals zu mir, dass „solche Geräte“ etwas für Profiläufer wären und ignorierte meinen Kaufwunsch.

Aha.

Ich hab mir dann online meinen ersten Pulsmesser bestellt. Da hat mir wenigstens niemand davon abgeraten, mir das zu kaufen, was ich mir wünschte.

Versuch Nummer 2: Nach meinem gescheiterten Experiment mit den zehenfreundlichen Altra-Laufschuhen musste ich mal wieder den Laufladen in der Nähe meines Hauses aufsuchen. Andere Gründe gibt es nicht dafür, wieso ich zum Runners Point gehe. Und jetzt erst recht nicht mehr. Die lieben Altras waren nämlich nach 6 Wochen laufen „durch“, wie man so schön sagt. Hinten innen an der Ferse (Achillessehnenbereich) zwei fette Löcher, Naht gerissen – Blasen nach dem Laufen. Ich war echt stinkig, wie ihr euch denken könnt.

Also nach Alternativen für breite Laufschuhe gesucht und dabei auf New Balance gestoßen, die manche Laufschuhe in einer „weiten Weite“ anbieten. Und hurra, Runners Point rühmt sich damit, New-Balance-Händler zu sein. Also marschierte ich vergangenen Samstag dort ein, in der Hoffnung, ein solches Paar probieren und kaufen zu dürfen.

Laufschuhberatung – Die Kurzversion:

Verkäufer sieht mich, grüßt und macht keine Anstalten, sonst irgendetwas zu unternehmen.

Also übernehme ich die Initiative und frage, ob ich etwas fragen darf.

„Ja, natürlich“, mit freundlichem Nicken. 

„Habt ihr von New Balance Schuhe hier, die diese Überbreite haben?“

„Nein, wir haben nur die normalen.“

„Könnt ihr die denn bestellen?“

„Ja, aber nur so zum Anprobieren, das geht nicht. Da müsstest du schon deine Größe wissen, damit du sie auch kaufst.“

„Sonst gibt es keine Möglichkeit?“

Kopfschütteln.

Danke, das war’s.

Okay.

Ich wäre durchaus bereit gewesen, andere Schuhe zu probieren. Oder die Größe der normalen New Balance, die er vorrätig hatte, zu checken, damit wir daraus resultierend, die Überweiten-Schuhe bestellen können, ohne Risiko für den Verkäufer.

Ich wäre zu allen Schandtaten bereit gewesen, was die Laufschuhe anbetrifft.

Er leider nicht.

Und beim Hinauslaufen mit einem leicht frustrierten Gefühl im Bauch fiel mir dann noch ein, was mich außerdem irritiert hat. „Du müsstest deine Größe wissen“ … Hä? Sorry, aber wenn ich meine Größe gewusst hätte, dann wäre ich bestimmt nicht dort reinmarschiert, sondern hätte mir die Schuhe schon lange online bestellt. Und nein, mir geht es nicht um den Preis. Aber wenn ich Schuhe vor Ort kaufe, dann will ich beraten werden! Und zwar nicht eindimensional sondern mit allen Möglichkeiten, die die Schuhwelt zu bieten hat. Ich bestelle mir ganz sicher nicht Laufschuhe in einem Runners Point mit de facto NULL Beratungskompetenz, wenn ich sie auch zu mir nach Hause geliefert bekomme.

Ich kaufe meine Kontaktlinsen zum Beispiel seit Jahren in einem bei Sehwerk in Bregenz, weil ich dort hervorragend beraten werde, einen erstklassigen Service genieße und ich mich dort gut aufgehoben fühle. Ich könnte diese Linsen günstiger im Internet bestellen, mache ich aber nicht. Und ich werde es auch nicht tun, weil dieses Geschäft mich zu einer treuen Kundin gemacht hat, indem sich das Team immer gut um mich gekümmert hat.

Und wieso schafft das bitte kein einziger Laufladen hier in der Umgebung?

Ich war in den letzten Jahren in mindestens 5-8 verschiedenen Läden Kunde. Dauerhaft überzeugt hat mich kein einziger (Strohfeuer gab es schon hin und wieder). Und das finde ich superschade. Vielleicht könnte mal jemand mit echter Laufleidenschaft bitte einen Shop in meiner Nähe eröffnen? Und dann bitte verschiedenste Arten von Läufern als Verkäufer einstellen, damit auch jeder Kunde den richtigen Ansprechpartner für seine Bedürfnisse bekommt. Das wäre mein diesjähriger Weihnachtswunsch, aber wenn möglich, bitte schon im Sommer eröffnen, denn ich brauch Halbmarathon-Schuhe für September.

So wie’s aussieht, werde ich den wohl barfuß laufen.

Denn da ich nicht zu den glücklichen Bloggern gehöre, die ständig mit irgendwelchen Schuhen, Pulsuhren oder sonstigen Kinkerlitzchen besponsert werden – nicht mal, wenn ich danach frage – bleibt es an mir, herauszufinden, wer oder was meine Füße glücklich macht. Nur wird mir das nicht grad leicht gemacht und im Moment habe ich die Nase einfach mal gestrichen voll, von diesem ganzen bescheuerten Laufschuhzirkus inklusive Runners Point.

Das war’s für heute.

Ah nein, eins noch: Lieber Thomas von Sehwerk in Bregenz – überleg dir doch, ob du zu den Brillen und Kontaktlinsen nicht zukünftig auch noch Laufschuhe verkaufen willst. Dann wären meine Probleme (fast) komplett gelöst 😉 

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8. Juli 2016
von Judith Riemer
2 Kommentare

Monatsmotto Juli: Springinsfeld!

im Juli

Mein liebes Lauftagebuch,

ich geh ja mal schwer davon aus, dass du Fan meiner Facebook-Seite bist, deswegen erzähle ich dir nichts Neues, wenn ich schreibe, dass ich diese Woche wieder mit einem Trainingsplan von meinem Trainer Kristof gestartet habe. Individuell erstellt, ein Plan nur für mich alleine. Und da ich mir auf Facebook als Wochenaufgabe vorgenommen habe, nicht über diesen Plan zu schimpfen, weil er so ur-anstrengend ist, tu ich es auch nicht. Wobei ich mich grad frage, wo man denn dann schimpfen darf, wenn nicht im Tagebuch. Aber gut, ich bin ruhig. Ich hab’s ja nicht anders gewollt.

Logisch, dass ich keinen Plan à 4 x die Woche für 2 Stunden auf der Couch liegen bekomme mit einem Puls im Bereich von max. 60 Schlägen und das bei jedem Wetter – wenn ich einen Halbmarathon laufen will. Der Termin steht: 17. September 2016 – das wäre der 97. Geburtstag meiner Oma, wenn sie noch leben würde. Und damit ich mich am Ende (oder gar mitten drin) nicht so fühle, als wäre ich auch kurz vor meinem Hundertsten, macht es durchaus Sinn gezielt zu trainieren. Schließlich gilt es einen Halbmarathon auszumerzen, bei dem ich mich echt bescheiden gefühlt habe. Freiburg 2015 mit einer Zeit von 3 Stunden und ein paar Minuten (zur Erinnerung: direkt nach dem Lauf Haarriss im Fußknochen und wieder mal Laufverbot).

Die Zeit ist mir völlig egal – aber ich will mich verflixt nochmal saugut fühlen, wenn ich über die Ziellinie laufe und gerne auch noch eine Stunde später. Und ich will am nächsten Tag so gut drauf sein, dass ich theoretisch gleich weiter laufe, wenn ich Lust drauf habe. Hohe Ansprüche? Naja, geht schon. Dafür ist es mir egal, wenn ich erst nach Feierabend ins Ziel komme.

Mein cooler neuer Plan hat mich nun zu einem Monats-Motto inspiriert. Und ich habe schwer vor, das jetzt jeden Monat zu benennen. Ein sportliches Ziel für jeden Monat inklusive Blogartikel dazu.

Monat Juli: Springinsfeld

Ich liebe ja dieses Wort. Es strahlt soviel Lebendigkeit aus und kommt Hand in Hand mit quietschfidel und lebenlustig daher. Und genau daran werde ich denken, wenn ich jeden Montag mein Technik-Training in Angriff nehme. Mit 4-erlei verschiedenen Skippings (nein, das ist nix zum Essen – auch wenn es mir lieber wäre), Hopserlauf, einbeinigen Sprüngen, tiefen Sprüngen aus mittlerer Hocke, und so weiter. Alles gut für die Sprungkraft, die jeder Läufer braucht.

Bei mir sieht das momentan noch aus wie bei einem Frosch im Endstadium, weswegen ich mich dazu in den Wald verkrieche. Also zum Hüpfen, nicht zum Verenden. Dazu habe ich Recom-Laufeinheiten, die gar keine sind, weil Recom bei mir nicht laufend zu bewältigen ist (ca. 90 – 118 Pulsschläge). Da gehen max. 10 Meter laufen, dann ist der Puls drüber. Egal, ich walke fleißig und baue auch die Parkbank und Gehsteigkanten-Sprungübung ein.

Ich STABIlisiere mich nun wieder 2 x die Woche (und oh Gott, wie ich es hasse! Nein, es gibt kein schöneres Wort dafür) und merke, dass ich irre abgebaut habe an Körperkraft seit 2014. Beim Planking war ich mal 50 Sekunden. Aktueller Stand: Mit viel Gestöhne und Geächze ca. 15 Sekunden.

Aber wieder die Erinnerung an meine Wochenziele auf Facebook: Mich für das loben, was ich kann, statt mich für das runterzuziehen, was ich (noch) nicht kann.

Ich bin stolz darauf, wieder einen Anfang gemacht zu haben und den Weg zu gehen, die eigenen Grenzen wieder zu spüren, das ist fast so schön, wie im Ziel zu sein. Ich mag es, mit mir zu arbeiten. An mir zu arbeiten. Das gibt mir immer wieder das Gefühl, dass einfach alles möglich ist, wenn ich es will.

Den Rest dieses Monats nutze ich also dafür, ein echter Springinsfeld zu werden.

Und wenn noch nicht quietschfidel, dann vielleicht mopsfidel. Das kann ich.

Und für alle, die sich in mein Tagebuch verirrt haben, falls ihr auf Snapchat seid, besucht mich mal! Ich snapchatte jetzt hin und wieder, wenn mir die Zeit für andere Social Aktivitäten fehlt. Könnt das Ding ja mal beim Laufen anmachen 😉 Noch werden die Bilder & Videos ja gelöscht nach 24 Stunden, haha! Da wäre so ein kleines Sprungvideo also durchaus drin. Mein Snapchat-Name ist wie mein echter Name judith_riemer (glaube ich zumindest).

Ich freu mich über Besuch und vielleicht hat je jemand von euch Lust, mein Monatsmotto mit mir zu teilen – werde doch auch ein Springinsfeld!

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15. Juni 2016
von Judith Riemer
4 Kommentare

Heartbeats in Ganzkörperkompression

Diese Überschrift ist sozusagen die Zusammenfassung meines heutigen Laufs.

Ich bin seit letzter Woche wieder retour ins Grundlagentraining nach meinem Marathon-Plan von Matt Frazier. 6 Wochen 4 x 5 Kilometer die Woche, möglichst im Grundlagenbereich. Ist gut für mich, da mein Leben außerhalb des Laufens derzeit sehr viel Energie braucht und ich deswegen froh bin, hier alles gut unterzubringen.

Der Puls wollte heute trotzdem nicht so wie ich. Hoch, runter, hoch, runter – man könnte meinen, es wäre eine Achterbahn. Aber auch hier merke ich, dass mein Körper nicht jeden Tag und auch nicht jede Woche gleich leistungsfähig ist. Und ich merke außerdem, dass ich keine Lust mehr habe, mich in diesen Situationen in was „reinzupressen“ (abgesehen von den Kompressionsklamotten, dazu gleich mehr), was nicht meinem Wohlbefinden entspricht.

„Körig“ oder nicht, das ist die Frage!

Ich glaube, dass Bewegung immer eine großartige Sache ist, die meinen Kopf freimacht, Energien freisetzt und gleichzeitig alles zur Ruhe kommen lässt. Besonders dann, wenn ich keine Zeit dafür habe. Deswegen gehe ich oft morgens, bevor mein Tag beginnt, damit ich es nicht aus Versehen „vergesse“. Dennoch muss ich aufpassen, dass ich mich nicht überfordere und in stressigen Zeiten ist der Grat hierfür sehr schmal. Darum war’s heute ein Walken-Gehen-Laufen-Walken-Turtlen-hoppla-Fotomotiv-Traben-Run anstatt eines ordentlichen Laufs. Aber was soll’s! Wer weiß denn schon, was ordentlich ist. Bei uns in Vorarlberg gibt es ein Wort dafür: „körig“ – übersetzt dann wohl „gehörig“ – also im Sinne von „es gehört sich so“. Und so als Vorarlbergerin und überhaupt als Mensch auf diesem Planeten hat man ja so seine bestimmten Vorstellungen davon, was „körig“ ist und was eben nicht.

Und wenn man Laufen (bei uns heißt es übrigens immer noch Joggen) geht, dann hat man keine Gehpausen zu machen. Das ist dann irgendwie nicht „körig“. Dann ist es doch nicht so richtig laufen. Weil man geht ja auch. Und läuft nicht ständig. Und jetzt frag ich mich grad, wie dämlich das eigentlich ist. Ist doch mein Lauf! Sogar, wenn ich an einem Wettkampf teilnehme, kann mir keiner verbieten zu gehen. Wenn ich mich in der olympischen Disziplin des Gehens anmelde – ja, dann kann mir einer verbieten, dass ich laufe. Dann würde ich disqualifiziert werden. Aber so weit wird’s nicht kommen. Soviel kann ich mit Sicherheit sagen.

Deswegen plädiere ich für mehr Freiheit im eigenen Denken.

Ich laufe, also bin ich. Was immer ich sein möchte.

Ich gehe, also bin ich. Was immer ich sein möchte.

Und manchmal mache ich beides zusammen, weil es mir damit gut geht.

Also bin ich ziemlich schlau, würde ich mal sagen.

Nun zum Kompressionsfummel: Ist ja schon wieder eine Weile her, dass ich für X-Bionic einen kleinen Testbericht schreiben durfte. Die Klamotten trag ich noch immer. Und ich weiß, da draußen sind viele SkeptikerInnen, die niemals im Leben diese Ganzkörperpelle anziehen würden. Ich gehörte bis im letzten Sommer auch dazu. Inzwischen steh ich auf das Zeug. Ich überlege mir ernsthaft, noch weitere Teile davon zu kaufen. Ja, die sind richtig, richtig teuer – aber sie fühlen sich auch richtig, richtig gut an. Abgesehen davon, dass man sofort um Längen professioneller aussieht, während man damit spazieren geht. Und hinterher hat man so tolle Streifen auf der Haut.

Dieses Thema mit dem Feuchtigkeitsausgleich (oder was da noch genau war) – es funktioniert echt: Wenn’s heiß ist, fühlt es sich da drin irgendwie kühl(er) an und wenn’s kalt ist, hat man es fein warm. Ich habe immer das Gefühl, wenn ich meine Strümpfe, die Hose und das Shirt anhabe, dann kann mir kein Wetter dieser Welt irgendwas tun. Vielleicht die pure Einbildung, aber wenn’s funktioniert, dann ist es doch gut, oder? Ja, ich brauche immer noch 5 Minuten, bis ich in den Strümpfen drin bin und mein Puls steigt dabei über 110 Schläge an, weil es so anstrengend ist, mich da reinzuquetschen – aber dafür ist hinterher alles so gut verpackt, dass ich das Gefühl habe, ich könnte die höchsten Sprünge machen und alles würde an seinem von X-Bionic-bestimmten Platz bleiben. Gibt es eigentlich auch BH’s und Unterhosen in diesem Zwirn? Das wäre bestimmt eine Offenbarung.

Übrigens: Auch nach knapp 1 Jahr immer noch top in Schuss die Klamotten – sie sind teuer (Shirt, kurze Hose und die langen Socken zusammen ca. 260 Euro) und sie sind es definitiv wert.

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6. Juni 2016
von Judith Riemer
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Wenn das Stabi-Training ins Wasser fällt

Wuhuuu, was für ein Wochenende! Hier der Schnelldurchgang in 1:17:

Da könnte man glatt vergessen, dass ich mich eigentlich auf einen Halbmarathon vorbereite. Also ich könnte das vergessen. Ich habe es vergessen. Beinahe.

Und wie ich ja in den letzten Jahren lernen durfte, gehört auch ein Stabilisationstraining zur Vorbereitung auf einen langen Lauf. Da so ein Halbmarathon bei mir rund 2,75 – 3 Stunden dauert, sollte ich das nicht vernachlässigen. Sollte. Hab ich aber.

War bisher relativ egal. Gestern durfte ich es dann büßen. Denn das Turtlerunner-Team setzte dem Wochenende noch ein Krönchen auf und ging am Sonntag zum SUP (Stand Up Paddling). Für mich das erste Mal und ich marschierte also nichtsahnend nach Hard zu SurfMax. Nach ungefähr 5 Minuten wurde mir schlagartig klar, dass ich da doch ein paar Dinge nicht bedacht hatte:

a) bei 16 Grad Wassertemperatur zieht man einen Neopren-Anzug an (uuuahhh!)

b) man muss dazu ins Wasser 

c) und das auf einem wackligen Ding

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Alles halb so wild – nur habe ich verdrängt, dass ich nur unter Panikattacken in der Lage bin auf ein Tretboot zu steigen, weil mich diese Wacklerei völlig verrückt macht. Ich habe wirklich bis gestern, als ich dieses lange, unhandliche Bord ins Wasser schob, nicht mehr daran gedacht.

Dann fiel es mir plötzlich wieder ein. Die erste Runde machten wir ohne Paddel, um das Gleichgewichthalten zu üben. Ha. Ha. Sehr witzig. Meine Beine zitterten, als wäre ich bei einem Erdbeben auf dem See unterwegs. Kennt ihr diese kleinen fiesen Müskelchen rund um den Fußknöchel?

Ich bis gestern auch nicht.

Nach 10 Minuten war ich so ganzkörperverkrampft, dass ich ganz glücklich über meinen doofen Neopren-Anzug war, der die zuckenden Muskeln (wenn es denn welche gab) verbarg. Nächste Runde mit Paddel ging dann besser. Aber beim Cross-Step verweigerte ich die Teilnahme. Matthias, der uns zeigte, wie’s ging, hüpfte auf dem Bord rum wie Patrick Swayze auf dem Baumstamm in Dirty Dancing (Gott, ich höre schon die Musik, hey Baby!) und meinte, wir sollen das doch mal probieren. Ich hab mich hingesetzt.

Wir waren fast 2 Stunden auf dem See unterwegs und heute spüre ich einfach alles. Alles. Wirklich alles.

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Ich musste einige meiner ureigenen Angstgrenzen überschreiten und wurde dafür mit einem wunderschönen Erlebnis belohnt (auch wenn es sich bisher vielleicht nicht so angehört hat). Denn es ist ein Traum, auf diesem Bord leise paddelnd am See entlangzuschippern, wo man sonst niemals hinkommen würde. Es hat was Meditatives, wenn man mal seine Mitte gefunden hat (wuahahah, was für ein Wortspiel!).

Mehr Stabi-Training als auf dem Ding geht jedenfalls nicht. Und trotz Muskelkater, Panikattacken und sonstiger Wehleidigkeiten bin ich schwer begeistert und werde mir diesen Sommer wohl hin und wieder so ein Bord ausleihen und mein Stabi-Training ins Wasser verlegen. Das ist einfach großartig!

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21. Mai 2016
von Judith Riemer
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Zehen-Update

Die Altra-Schuhe haben inzwischen ein paar Kilometer auf der flachen Sohle. Bis auf einen kurzen Einbruch diese Woche bin ich gut im Training (vorerst für 10 Kilometer) und seit ich die zehenbefreienden Altras habe, bin ich ausschließlich mit diesen rosa Schlappen gelaufen. Gute Entscheidung!

Die „angeschlagenen“ Zehen haben sich wieder beruhigt, die roten Stellen sind weg und sie sind auch nicht mehr so berührungsempfindlich. Die fehlende Dämpfung an der Ferse war erst etwas gewöhnungsbedürftig, aber nach dem ersten Lauf damit, hab ich es nicht mehr gespürt.

An die 80 Kilometer bin ich inzwischen mit den Altra Intuition gelaufen und ich denke, mein nächster Schuh, wird wieder einer von Altra, diesmal mit Trailsohle. Einmal freie Zehen – immer freie Zehen. Ich find’s einfach saubequem und angenehm zu laufen. Und dafür habe ich 4 Jahre gebraucht, das rauszufinden … aber hey, besser spät als nie!

Essensmäßig werde ich wohl demnächst doch wieder ein Experiment starten müssen. Die letzten Tage und Wochen habe ich ein paar Problemchen mit Magen und Bauch. Weiß der Himmel wo das wieder herkommt. Aber es scheint alles hypersensibel zu sein. Anlass zu experimentieren habe ich genug:

Ich koche auf der Frauenlauf Messe am 3. und 4. Juni gemeinsam mit Sabine von Burgl’s Reformkost. Haha, wer hätte gedacht, dass ich mal meine eigene Messe-Kochshow bekomme. HOORRAYYY! So muss das sein, ich freu mich drauf. Und hab schon ein paar coole Rezepte im Kopf, die ich dort präsentiere.

Hier noch ein Schnappschuss vom heutigen Burgl’s-Guten-Morgen-Lauf, den ich begleitet habe. Ich hab erst hinterher gesehen, dass die rosa Altras, gemeinsam mit den türkis-pinken CEP-Kompressionssocken perfekt zur Kombi des pinken Turtleshirts mit dem türkisen Bodensee-Frauenlaufshirt passen. Herrschaften, ich bin ja quasi schon so eine kleine Turtle-Style-Ikone geworden. Hahahaha … ich frage besser nicht, was Guido sagen würde 😉

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4. Mai 2016
von Judith Riemer
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Laufen wie Pippi Langstrumpf – free your toes!

Kann mich gar nicht mehr erinnern, wann ich das letzte Mal ein „Trainingsposting“ verfasst habe – lang ist’s her. Und Zeit wird’s!

Nach einem eher bescheidenen Laufjahr 2015 geht es auf der Lauf-Achterbahn ganz langsam wieder nach oben. Zu Motivationszwecken habe ich mir etwas schriftlichen Input gegönnt und mir den Marathon-Plan von Matt Frazier von nomeatathlete.com besorgt. Vielleicht erinnerst du dich noch, in meinem grandiosen Laufjahr 2014 habe ich damals auf meinen ersten Halbmarathon hin trainiert mit seinen Empfehlungen aus dem Buch „No Meat Athlete“ und darüber gebloggt.

So ein Trainingsplan hat – neben einem gewissen Druck-Potential – auch sowas ungemein Zufriedenstellendes, wenn man sein Häkchen an die jeweilige Trainingseinheit setzen kann. Für heute hatte ich mir 3,2 Kilometer vorgenommen (im Plan standen 2 Miles, lt. Google-Umrechnung ergibt das 3,2 Kilometer) und der Alltag nahm seinen Lauf, habe alles Mögliche gemacht (man nennt es auch „arbeiten“) und plötzlich stand dieses Gewitterfront vor der Haustür.

In völliger Hektik und im Teamwork mit meinem Mann, zog ich mich in Windeseile um (wo ist mein Sport-BH? Ich find keine Laufsocken – wo sind die verdammten Laufsocken? Der Pulsgurt – der muss doch im Bad liegen, da hab ich ihn doch ausgezogen beim letzten Mal … was? Nein, da sicher nicht. Ah, im Wäschekorb? Okay …). Rechtzeitig mit den ersten dicken Tropfen schlüpfte ich zur Haustür raus und lief dem Gewitter davon.

Ich weiß, dass das recht befremdlich ist, aber ohne Trainingsplan hätte ich die heutige Einheit vermutlich „vergessen“, verschoben oder ignoriert. So rannte ich sie in persönlicher Wiedereinsteiger-Bestzeit (unter 30 Minuten, haha!) und fühlt mich wie eine Heldin, weil ich einen Haken auf meinem Plan machen durfte (und weil ich außerdem 35 Sekunden Planking mithilfe dieser Parkbank geschafft habe, im Rahmen der „Meine-10-Tage-im-Mai-Aktion“ von Beatrice Drach).

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Und dann kam ich zuhause an und entdeckte das Paket. Das Paket, das hoffentlich die Lösung für ein altes Läufer-Problem von mir barg: meine empfindlichen Zehen!

Seit einigen Tagen geht es wieder los. Ich laufe häufiger – derzeit 3- 4 x pro Woche – und die Zehen sind gereizt. Rote Stellen, keine Blasen, aber Schmerzen. Druckempfindlich, ein erster, zarter Blauschimmer auf gewissen Nägeln, … ach ja, das Laufleben hat mich wieder!

Im Gespräch mit Ultraläufer Tim Wortmann, Kollege beim Diagnostikzentrum, erfuhr ich dann zum ersten Mal von der amerikanischen Laufschuhmarke „Altra„. Mir sagte das bis dato rein gar nix, aber der Begriff der „Toe Box“ faszinierte mich. Scheinbar haben die Erfinder dieser Schuhe den zehn Zehen mehr Platz eingeräumt, als das bei anderen Schuhen der Fall ist. Das macht mich neugierig! Leider fand ich keinen Händler in der Nähe und ging das Risiko ein, sie online zu bestellen. Schnäppcheneffekt inklusive – da ich die größte Schuhgröße brauchte, dazu eine (auf dem Foto im Online-Shop) etwas merkwürdige Farbe und schon konnte ich meine Altras für 49 Euro statt 129 Euro in den Warenkorb legen, da sonst wohl niemand auf so großem Fuß lebt und/oder die Farbe scheinbar wenig begeisterte. Einen Versuch war’s wert.

Ich kann ja eigentlich noch gar nicht viel dazu sagen, denn gelaufen bin ich bisher noch nicht damit (heute ist Ruhetag).

Aber Leute, dieses Zehenfeeling beim Reinschlüpfen!

Oh, es gibt einen Laufschuh-Gott. Einen, der Schuhe für Menschen mit Zehen macht und diesen ihren Platz einräumt. Ich kann beim Gehen mit den Zehen wackeln wie Pippi Langstrumpf! Was für ein Freiheitsgefühl!

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Ich werde mich langsam rantasten, denn da die Schuhe keine Sprengung besitzen (= sie sind vorne gleich hoch wie hinten an der Ferse), ist das für mich ein spürbarer Unterschied. Gut möglich, dass der Rest meines Körpers damit erstmal zurecht kommen muss. Aber wenn ich nur ab und zu ohne Zehenprobleme laufen (und gehen) kann, dann bin ich sowas von glücklich …

 

21. April 2016
von Judith Riemer
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Von makelloser Haut und perfekter Schönheit

Ich glaube es wird mal wieder Zeit einen Tagebucheintrag zu verfassen. In letzter Zeit ist einiges passiert und wofür hat man schließlich ein Tagebuch?

Wenn einem was auf der Seele liegt, dann sollte man das auch rausposaunen können. Nicht umsonst erzähle ich in meinen Vorträgen dass es wichtig ist, „jammern“ zu können und nicht alles in sich reinzufressen. Schließlich ist das eines meiner Erfolgsgeheimnisse, dass ich, wenn es mir schlecht ging, und auch wenn es mir gut ging, meine Emotionen immer in meinem Tagebuch abgeladen habe und sie mit der Welt teilte.

In letzter Zeit häufen sich wieder die Anfragen bei mir wie ist denn mit der Haut aussieht wenn man so viel abgenommen hat. Ich habe schon einige Male darüber geschrieben und auch gesprochen und euch erzählt, dass ich bei weitem keinen makellosen Körper mehr habe (und das ist auch gut so!). Umso spannender dass ich vor kurzem gerade wegen meiner Abnahme auf eine ganz andere Art und Weise angesprochen wurde.

Sind nur schlanke Frauen schön?

Eine Frau, die auf einem meiner Vorträge war, fragte mich anschließend, ob ich in meinem Vortrag eigentlich darauf hinaus will, dass nur schlanke Frauen schön seien und das sie absolut keine Lust dazu hätte, abzunehmen. Da blieb mir erst mal der Mund offen stehen und ich überlegte in Windeseile, was um Himmelswillen ich gerade erzählt hatte, dass der Eindruck entstand, ich würde nur schlanke Frauen schön finden. Ich hatte nur meine eigene Geschichte erzählt, um mich vorzustellen. Nicht mehr und nicht weniger – dass sich dadurch jemand so angegriffen fühlt und meine Entwicklung (vor allem die optische) so stark auf sich bezog, hat mich völlig erschreckt. Hab ich bisher auch noch nie so erlebt.

Ich hab ihr dann erklärt, dass es in meinem Vorstellungs-Vortrag einzig und allein darum ging, mich als Mensch vorzustellen, meine Geschichte zu erzählen – und da gehört es nun mal dazu, dass ich Gewicht verloren habe, sorry – und dass ich in keinster Weise daran interessiert bin, irgendeinem Menschen auf dieser Welt meinen Weg aufzudrängen. Ganz im Gegenteil! Ich hab überhaupt keine Lust darauf, dass sich andere daran versuchen, mich und/oder das, was ich getan habe zu kopieren. Denn in meinen Augen funktioniert das nicht. Ich hab einfach nur meinen eigenen Weg entdeckt – und das ist es, was ich vermitteln möchte – jeder von uns hat seinen eigenen Weg.

Eine Entwicklung wie die meine zu durchleben erfordert, dass der oder diejenige sich intensiv mit sich selbst beschäftigt und herausfindet was für einen Weg er oder sie gehen kann, der ihm Freude bereitet. Es geht nicht darum, einen vorgefertigten Weg zu beschreiten den jemand anderer vorbereitet hat. Klar ist den eigenen Weg zu finden manchmal anstrengend, kostet Zeit und man durchlebt viele Höhen und Tiefen.

Zum Thema Gewicht und ob nur schlanke Frauen schön sind möchte ich sagen, dass ich auch mit meinem Übergewicht immer noch ich war. Immer und zu jedem Zeitpunkt. Die Frau, die mich angesprochen hatte, war besonders auf mein Vorher-Nachher-Bild fixiert und fragte, ob denn die dicke Frau auf dem Bild etwa weniger attraktiv wie die andere, schlankere, wäre. Nein, es war einfach eine andere Form von mir. Ich war immer schon ich, ob nun mit 100 Kilo oder mit 70 Kilo. Es macht keinen großen Unterschied. Nicht mehr. Ich liebe das Bild von mir, auf dem ich mit meinen vielen Kilos den Frauenlauf laufe. Ich habe meinem Körper damals zugetraut, dass wir das zusammen schaffen – und wir haben es geschafft. Wir waren damals schon ein Team. Und darum geht es.

Königsdisziplin Selbstliebe? Oder doch ganz einfach.

Ich zitiere an dieser Stelle meinen Mann Bernd,  den ich vor einigen Jahren als ich noch stark übergewichtig war, gefragt habe, ob ich ihm trotzdem gefalle.  Er hat mir geantwortet, dass ich ihm immer gefallen würde und dass er nur möchte, dass ich gesund bin. Das war seine einzige Forderung, die er jemals gestellt hat.

Ich denke, das sagt alles aus. Worum es geht, wenn ich jemanden liebe. Dann ist die Körperform nicht im Vordergrund, sie ist nicht die Hauptsache und dennoch ist sie wichtig, denn sie sagt etwas darüber aus, wie gesund dieser Mensch ist, den ich liebe – das gilt übrigens für zu dick und für zu dünn. Genauso verhält es sich mit dem eigenen Körper. Für mich ist es ein Akt der Selbstliebe, meinen Körper und sein Gewicht dorthin zu bewegen wo er gesund ist und sich wohl fühlt. Übergewichtig zu bleiben, aufgrund der Angst, dass meine Haut, wenn ich abnehme schlabbrig wird oder Falten wirft, hat für mich nichts mit Selbstliebe zu tun.

Wenn ich mich genug selbst liebe, um mich gesund sein zu lassen und mich gesund werden zu lassen, dann bin ich auf dem richtigen Weg meiner Meinung nach.

Es ist schön, dass mir mein Partner vorgelebt hat, wofür ich fast zehn Jahre gebraucht habe, um es selber zu verstehen und mir diesen Weg zu erlauben.

Ich habe übrigens im letzten Jahr nach und nach circa sechs Kilo wieder zugenommen und habe eine einige Zeit lang damit gehadert gedacht ich müsste es schnellstmöglich wieder los werden. Aber wenn ich in den Spiegel sehe, finde ich mich schön – nicht alles an mir und auch nicht jeden Tag – aber grundsätzlich finde ich mich schön. Mein Körper ist gesund, ich kann mich bewegen, ich kann mich ernähren so wie es mir schmeckt und Freude macht. Ich muss mich weder kasteien noch auf etwas verzichten.

Was ich damit sagen will:

Wenn du das nächste Mal überlegst, ob du lieber pummlig bleibst, damit deine Haut schön straff bleibt oder weil du Angst hast das dein Partner dich verlässt, wenn du plötzlich neue Seiten aufziehst, dann überleg dir doch bei dieser Gelegenheit wie viel Selbstliebe hinter dieser Entscheidung steckt. Und wenn du an einen Punkt kommst, an dem du diese berühmten 3-4-5 oder 6 Kilo zu viel hast, von mir aus auch zehn und du trotzdem gesund bist und alles tun kannst was du möchtest, dich bewegen kannst, keine Schmerzen hast – dann überleg dir doch, ob du dich auch mit diesem Gewicht annehmen und lieben kannst.

Dass ich mit meinem Weg in die richtige Richtung gehe und wahre Veränderung erst entstehen kann, wenn ich mich jetzt annehme, wie ich bin (auch mit 6 kg mehr oder mit 10 oder mit 30 oder mit Dehnungsstreifen und Speckröllchen und, und, und …) zeigte mir übrigens eine Begegnung, die ich gestern erlebt habe. Christian Holzknecht, ein erfolgreicher und begnadeter Fotograf und toller Mensch, schrieb vor kurzem auf seiner Facebookseite aus einem Impuls heraus, dass er ein Fotoshooting verschenke möchte. Alles, was man tun musste, war ihm eine Nachricht zu senden mit der Idee, was man fotografieren wollte, mit welchem gedanklichen Hintergrund – quasi die Story zum Bild. Ich hab’s getan und ihm geschrieben, dass ich – aufgrund der vergangenen Erlebnisse – so Lust hätte auf ein umgeschminktes, echtes Bild, das Mut machen soll. Er bekam sehr viele Zuschriften und um es kurz zu machen: Er hat mich gestern zu sich in sein Studio eingeladen und wir haben 3 Stunden lang geredet. Ein Mann, der Models vor der Kamera hat, die mehrere Tausend Euro pro Tag verdienen, der für den Playboy Bilder schießt und die schönsten Frauen dieser Welt fotografiert, saß gestern vor mir und erklärte mir, dass wir alle perfekt sind, wie wir sind. Jetzt. Genau jetzt. Nicht dann, wenn … Jetzt sind wir perfekt. So wie wir sind.

Überleg dir das bitte mal: Du bist jetzt perfekt. Heute schon.

Bitte, was nimmt das für einen Druck raus aus der ganzen Story! Merkst du das?

Ist im ersten Moment etwas ungewohnt, so etwas zu denken, ich weiß. Aber ich glaube, das kann man üben. Christian Holzknecht werde ich in dieser Angelegenheit noch öfter zu Rate ziehen, da wir in ähnlicher Mission auf dem Weg sind. Da geht noch was. Wenn du noch mehr von ihm hören willst, sieh dir dieses Video zur Miss-Wahl in Vorarlberg an, Christian ist in der Jury und gibt ein Hammer-Statement ab (ab Minute 2:33).

Und natürlich haben wir nicht nur geredet, sondern auch fotografiert. Für mich sehr faszinierend, wie er mich sieht und welche Fotos entstanden. Im Vergleich zu Bildern, die vor 2 Jahren entstanden sind, wirke ich erwachsener. Die Reise geht weiter. Ungeschminkt und mit harten Kontrasten, die auch noch jede Hautunreinheit hervorheben. Ohne Retusche. Das bin ich heute.

Perfekt. Wie du auch.

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21. Februar 2016
von Judith Riemer
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Jetzt spinnt sie wieder!

Oh mein Gott, liebes Tagebuch! Weißt du eigentlich wie schwierig es für einen kreativ-unstrukturierten Chaoten wie mich ist, Training, Selbständigkeit & Studium unter einen Hut zu bekommen? Bitte gib mir einfach drei Hüte dafür – oder besser gleich fünf. Wer weiß, was mir noch alles einfällt!

Momentan arbeite ich an folgenden Baustellen:

  • Judith vs. Zeitmanagement allgemein
  • Judith vs. adäquate Zielsetzung im Trainingsbereich
  • Judith vs. körperliche Defizite
  • Judith vs. Zeitmanagement beim Kochen
  • Judith vs. Wissenschaftliches Arbeiten (ich will so schreiben, wie ich bin – du darfst nicht!)

Im Großen und Ganzen bin ich eh zufrieden, denn ich trainiere und habe Spaß daran. Ich esse, und es schmeckt mir. Aber ich habe ständig das Gefühl, nur „irgendwie so“ halt „irgendwas“ zu machen. Mir fehlt meine Strukturiertheit (das Wort gibt es nicht, oder? Heißt das nicht einfach Struktur? Aber das klingt so langweilig.) vom vorletzten Jahr.

Als ich mit Trainingsplänen ausgestattet war, mit Daten aus der Diagnostik und einem klaren, deutlichen Ziel vor Augen.

Überhaupt, wenn ich es mal runterbreche, ist es vielleicht einfach nur das: ein klares Ziel.

Kann es so einfach sein? 

Darf es so einfach sein? 

Wieso eigentlich nicht? 

Und just in dem Moment als mich die schiere Ausweglosigkeit (buhuuuuu, ich will ein Ziel, aber was für eins – Marathon ist noch zu früh dieses Jahr – Halbmarathon ja, nett, aber auch erst im Herbst – buhuuuu, ich will ein Ziel – irgendwas Nettes – irgendwas Verrücktes – irgendwas wo man nicht schnell sein muss – IRGENDWAS!) gepackt hatte, flatterte es mir vor die Füße.

Das Ziel. 

In Form einer e-Mail von meinem Netzwerk-Partner & Kunden Markus Weber, der mich bat, im neuesten Newsletter des Diagnostikzentrums auch noch die Ankündigung für den Spinning-Marathon im März 2016 einzubauen.

Spinning-Marathon?

Bildschirmfoto 2016-02-19 um 16.37.31

Sämtliche Alarmglocken schrillten in meinem Kopf. Ich war plötzlich wieder 25 Jahre alt und sah mich schwitzend und glücklich in einer 15 Quadratmeter großen, dunklen Kammer (ok, das ist übertrieben) mit 9 anderen Spinnern (das stimmt aber), die sich 4 Stunden lang zu unsagbar lauter Musik im Rhythmus bewegten bis die vier Buchstaben förmlich glühten. Das war eine der besten sportlichen Veranstaltungen meines damaligen Lebens – ok, es war auch die einzige, an der ich teilgenommen habe. Aber egal.

Jedenfalls war ich gleich Feuer und Flamme für den 6-Stunden-Spinning-Marathon am 19. März 2016.

Schließlich bin ich sowas von bereit:

Ich habe in der letzten Zeit mindestens 3 x trainiert auf meinem Bike und im Studio. Und die Tchibo-Bike-Hose Baujahr, 2005 sitzt auch immer noch. Ok, der Gummi ist nicht mehr so elastisch. Aber sonst alles gut.

Damals lag ich am Tag nach dem Spinning-Marathon halbtot zuhause rum, weil ich es völlig übertrieben hatte.

Kann ich das jetzt besser?

Wir werden sehen – und vielleicht noch sämtliche Braziers und Rolls zu Rate ziehen, wie ich mich verpflege. Denn ich hab mich angemeldet. Ich werde es tun.

Und jetzt sofort, mach ich mir einen Trainingsplan. Ich alleine für mich.

Ich kann das. Denn ich studiere jetzt Gesundheitspsychologie und beschäftige mich mit Selbstwirksamkeit. Spannendes Thema.

Wenn ich bloß mehr Zeit hätte, darüber zu lesen. Vielleicht beim nächsten Spinning-Training.

Datei 21.02.16, 18 01 31

Und falls ihr euch fragt, wie ich dieses sensationelle Foto geschossen und verziert habe: Snapchat macht’s möglich!

Letztes Wochenende gaben mir meine zauberhaften Nichten (17 und 19 Jahre alt) eine umfassende Einschulung in dieses neue Medium. Ich kenn mich trotzdem hinten und vorne nicht aus. Sende aber mal sämtliche möglichen und unmöglichen Fotos irgendwo ins Nirwana. Wer sie ansehen möchte kann das tun. Ich bin ja sowas von öffentlich unterwegs. Mein Name ist mein Name (wer hätte es gedacht) und so findet ihr mich unter Snapchat auch als Judith Riemer oder judith_riemer. Ist man da als Ü30 überhaupt? Oder verhalte ich mich jetzt nicht meinem Alter entsprechend? Ach, wenn interessierts – machen wir doch, was wir wollen.

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15. Februar 2016
von Judith Riemer
1 Kommentar

Gehe zurück auf Los – dann los!

Gestern bin ich zum ersten Mal seit langem drei Kilometer ohne Gehpause gelaufen. Wer hätte gedacht, dass ich mal wieder so weit unten anfangen darf. Aber ja, es geht schneller als man denkt. Ich fühlte mich wieder wie ganz am Anfang meines Projekts und ich weiß grad nicht, ob mir das gefällt. Irgendwie ja schon, denn jedem Anfang wohnt ein Zauber und so weiter – oder?

Naja, nicht immer. Manchmal sind Anfänge auch einfach nur mühsam. Bis sie leicht werden. Ich vermute, das hat viel mit der Psyche zu tun. Dieser doofe Gewohnheitseffekt. Ich war schon mal dran gewöhnt, jede Woche 5 x zu laufen, ohne Schmerzen. Im zweistelligen Kilometerbereich. Dann kam alles anders, ich begann einen Job, der mich nicht wirklich glücklich machte und mir – so empfand ich es – viel Zeit und Energie stahl. Energie, die ich für mein Laufpensum gebraucht hätte. Und das Laufpensum hätte ich gebraucht, um Energie für den Job zu haben. Dann habe ich mich daran gewöhnt, weniger zu laufen und plötzlich war jedes „Mehr“ wieder anstrengend.

Ein Teufelskreis. Ihr kennt das. Oder?

Wenn ich aus dieser Sache eines gelernt habe (abgesehen davon, dass mehr Dehnübungen nicht verkehrt wären zwecks verspannter Körperteile, die dann beim Laufen schmerzen), dann wohl das: Laufen und Arbeiten funktioniert, wenn ich dem Laufen die angemessene Priorität schenke.

Das funktioniert jetzt langsam wieder und was mich besonders freut: Mein Körper hat sich scheinbar nicht damit abgefunden, dass wir jetzt wieder weniger tun. Er freut sich über jede Bewegung und je abwechslungsreicher, desto besser. So haben wir angefangen im Studio am Rudergerät miteinander Spaß zu haben. Mir tut zwar heute alles weh, aber das war’s wert. Scheinbar zahlt sich mein Projekt, das nun auf den vierten Geburtstag steuert, langsam aus.

Ich falle nicht mehr so schnell zurück in alte Muster (auch wenn ich mir sehr bewusst bin, dass ich das noch draufhabe). Das lässt sich vielleicht auch mit dem transtheoretischen Modell der Verhaltensänderung erklären, das wie eine Spirale aufgebaut ist – ach ja, schon gut, dass ich mir ausgerechnet ein Psychologie-Studium ausgesucht habe. Das erklärt doch so einiges. Und Selbsterkenntnis ist doch der erste Weg zur Besserung, oder?

Hurra_wieder_3_km_geschafft

1. Februar 2016
von Judith Riemer
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Haferluja! Abwechslung in der veganen Getreideküche

Heute zur Abwechslung ein Futterposting. Nachdem ich in den vergangenen Wochen mal wieder ein ausschweifendes Selbstexperiment gemacht habe, dessen Ausgang sowieso vorhersehbar war (aber g’schmeckt hat’s halt trotzdem), ist es langsam an der Zeit, wieder in geregelte Futterbahnen zu finden.

Wir halten mal kurz fest, dass Weizen in Form von Nudeln und weißem Brot mich nach wie vor unendlich gefräßig machen und Vollkornreis immer noch nicht zu meinem Lieblingsfutter gehört, obwohl er so gut für meine Gesundheit wäre.

Da kam es mir grad sowas von recht, als mich Theresa von der Kampagne „Hafer – Die Alleskörner“ (eine Initiative der deutschen Hafermühlen im VDGS e.V.) anschrieb und fragte, ob ich nicht Lust hätte, was über Hafer zu schreiben. Erst dachte ich mir, was oll ich denn da schreiben? Haferflocken sind doch irgendwie langweilig. Aber dann sendeten mir die Hafermühlen-Menschen freundlicherweise eine Auswahl an Hafer-Produkten und ich war überrascht, was es da so alles gibt: Hafergrütze, Haferkleie, Hafermehl, feiner Haferflocken, grobe Haferflocken …

Für mich sehr praktisch, da ich pflanzliche Alternativen zu Weizen entdeckte, die zwar nicht glutenfrei sind, aber (logisch) weizenfrei. Weizen versuche ich zu reduzieren, weil es mich a) gierig macht (siehe oben) und b) wenn ich viel davon esse, mir meine Fingergelenke anfangen zu schmerzen.

Und scheinbar ist Hafer ja das totale Sportlerkorn! Wer würde sich dem verweigern wollen? Ich kann alles brauchen, was mich auf die Sportschiene bringt und wenn das Hafer mit seinen komplexen Kohlenhydraten und seinem superguten pflanzlichen Eiweiß ist, dann bin ich gerne dabei! Ich schreib jetzt hier nicht genau auf, was Hafer alles kann und hat, denn das findet ihr hier auf den Seiten der Hafer-Kampagne gut zusammengefasst.

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Hafer kannte ich bisher ausschließlich als Haferflocken-Müsli am Morgen. In der Zwischenzeit habe ich Hafergrütze mit Gemüse zum Abendessen gekostet und wir haben coole Linsenburger dazu gebracht, sich zusammenzureißen statt auseinanderzufallen, weil wir feines Haferflockenmehl zum Binden verwendet haben. Außerdem haben wir ein gschmackiges Haferbrot gebacken mit einer Brotbackmischung, die zwar auch Weizenprotein enthält, aber zum Großteil aus Hafer besteht.

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Mein erstes Hafer-Fazit:

Hafergrütze ist eine gute Alternative zu anderen Getreidesorten und kann ohne weiteres auch herzhaft gegessen werden. Gefräßigkeitsfaktor: niedrig! (und das ist super für einen Garfield wie mich)

Haferbrot ist lecker, relativ einfach zu backen mit der Backmischung, schmeckt genial mit süßem Belag oder auch mit Tomaten, Gurken etc. Gefräßigkeitsfaktor: leider hoch – aber in Kombination mit ganz viel Gemüse wie z.B. als Pfannenbrot mit Röstgemüse geht’s besser.

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Morgen gibt’s dann ein Haferflocken-Frühstück und Part II meiner Hafer-Erlebnisse gibt’s dann mit Rezept auf meinem anderen Blog mybodyhappiness.