lauftagebuch

Never change a running sock.

Unfassbar! Ich hab tatsächlich letzten Mittwoch einen Schuh gefunden, mit dem ich das Läuferzusammenleben nochmal testen will. Es ist ein Mizuno Wave Rider 19, der eigentlich für Männerfüße geschneidert wurde – aber wen interessiert’s? Er hat eine lustige, bunte Sohle und meine Zehen haben Platz drin. Der Rest ist mir echt powidl.

Glücklich und gut beraten (danke an Laufsport Gralki, die sich via Facebook nach meinem Frust-Artikel bei mir gemeldet haben und Harald Baumgärtner, der sich echt Zeit für mich genommen hat) ging ich mit meiner Beute nach Hause. Mit im Gepäck ein neues Paar Laufsocken, das ich nicht probiert hatte. Und wie ich halt so bin, wollte ich beim ersten Läufchen gleich alles ausprobieren und warf mich ins neue Söckchen plus dem vielversprechenden Mizuno.

Um es vorwegzunehmen: Das war ein Fehler!

Und zwar ein echter Anfängerfehler. In meiner ersten Zeit als Läuferin konnte ich ja nie verstehen, wozu es überhaupt Laufsocken braucht, aber inzwischen bin ich ja soviel schlauer – naja, sollte man meinen. Denn ich weiß, dass Socken richtig gut sitzen müssen, damit es nicht zu Problemen wie Blasen oder wunden Stellen kommt. Tja, Theorie und Praxis sind manchmal zwei sehr verschiedene Dinge.

Ich kürz das hier mal ab: der Zehe geht’s super nach 50 Minuten im Mizuno. Bin zwar nicht alles gerannt, weil auch viel Treppen-Hüpf-Training dabei war, aber trotzdem war es, recht aussagekräftig, das Zehen-Feeling. Trotzdem musste ich meinen Lauf 15 Minuten früher abbrechen und außerdem verdammt viele, ungeplante Gehpausen einlegen, weil die neue Socke ein wenig zu groß war. Und was passierte?

In Kombination mit dem Mizuno, der mir links etwas lockerer sitzt als rechts (kennt das jemand von euch? Das eine Seite besser passt als die andere?), gab es nach ca. 20-25 Minuten eine schöne, rote Scheuerstelle an der Ferse und weitere 10 Minuten später eine fiese, kleine Blase. Schlussendlich lief ich barfuß, grantig und gefrustet zurück zum Parkplatz. Ein Training, das nicht so lief, wie es sollte und schon gar nicht, wie ich es wollte.

Jetzt hab ich inzwischen beide Fersen rot und sie brennen wie Feuer, und heute ist der nächste Lauf am Plan. Ich werde sie mal fett zupflastern, eine gut sitzende Socke anziehen und hoffen, dass ich heute den Schuh ausgiebig testen kann und mich nicht von solchen bescheuerten Kinkerlitzchen ausbremsen lasse. Nicht, dass es da viel zu bremsen gäbe. Im Gegenteil, die Schwungmasse in Bewegung zu bekommen ist mir lange nicht mehr so schwer gefallen. Ob’s daran liegt, das mein Kampfgewicht 6 Kilo höher ist als vor dem letzten Halbmarathon?

Vor kurzem sagte jemand zu mir:

„Judith, denk nicht so viel.“

Ja ja ja, stimmt, ja. Ich werde nicht mehr denken. Einfach laufen. Wobei diese Aufgabe für mich vermutlich schwieriger ist, als der Marathon an sich. Aber das war jetzt wohl schon wieder zu weit gedacht …

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