lauftagebuch

Mein erster Marathon: Laktatintoleranz und akuter Schrumpfmagen

Was für ein Wochenende! Dabei wollte ich doch nur nach Köln zum Women’s Run … tatsächlich wurden daraus ein Paar neuer Laufschuhe, ein Lauf am Main und zwei Leistungsdiagnostiken innerhalb von 2 Tagen. Ich würde sagen: Mein Urlaub hat es wirklich in sich!

Aber beginnen wir von vorne: Als mich Markus Weber vom Diagnostikzentrum (Blog abonnieren – der ist genial!) vor kurzem fragte, ob ich nicht Lust hätte auf meinem Blog sowas wie „42 Tipps für 42 Kilometer“ zu machen, überlegte ich kurz. Sehr kurz. Und entschied mich dann, dass es an der Zeit ist, das zu tun, wozu ich vor 3 Jahren aufgebrochen bin: Marathon laufen!

Und darüber zu schreiben. Was kann mir denn Besseres passieren, als von einem Fachmann, der bereits Tausende Menschen auf ihrem Weg ins Ziel (und auf den Umwegen dahin) begleitet hat, praxisnahe Tipps zu bekommen, die ich mit meiner Leserschaft (Hallo, ihr da draußen!) teilen darf?

Seit zwei Wochen bin ich also auf dem Weg zum Marathon und ich sage euch jetzt schon: Das dauert. Vermutlich habe ich eine der wichtigsten Lektionen bereits jetzt zu Beginn gelernt:

Manchmal kommt es ganz anders als geplant.

Nach 3 Stunden im unbequemen Zug von Lindau Richtung Frankfurt (dort hätte ich abgeholt werden sollen, um nach Köln zu fahren zum Women’s Run), erreichte mich am vergangenen Samstag vormittag die Nachricht, dass der Lauf aufgrund von Unwetter abgesagt wurde.

Tja, da saß ich nun. Voll mit Kohlehydraten bis obenhin, eingepfercht im überfüllten Zug, der natürlich auch noch Verspätung hatte und haderte mit meinem Läuferschicksal. Dank guter Freunde, die mich am Bahnhof empfingen, tat ich das einzig Richtige, was man in so einer Situation tun kann:

Ich ging Schuhe kaufen!

Lernte dabei Florian Neuschwander (run-with-the-flow.com) kennen, weiß jetzt was #ballern heißt und bekam neben seinem Autogramm (auf der Schuhrechnung) außerdem noch ein sehr cooles Paar Laufschuhe verkauft, die mir der gute Flo eigenhändig ausgesucht hat. Der ist übrigens bekannter Ultraläufer mit windschnittigen Beinen und hat dieselben Ziele wie ich: den Transrockies Run in den Rocky Mountains. Er läuft jetzt im August – ich hab es mir für 2025 in den Kalender eingetragen. Soweit sind wir also gar nicht auseinander, der Flo und ich.

 

Am Montag stand dann meine Leistungsdiagnostik Nummer 8 auf dem Programm, um die Ausgangslage für den Marathonplan zu bestimmen. Und plötzlich, kurz vor dem Ende – ich lief 11 km/h – hatte ich eine Halluzination: mein Puls machte einen Satz von 40 Schlägen nach oben. Einfach mal so. Statt 175 stand da plötzlich 215. „Das stimmt nicht“, schnaufte ich laut. Markus hatte den Sprung auch gesehen. Wohl doch keine Halluzination. Ich weiß, wie es sich anfühlt mit einem Puls von 195 und mehr zu laufen. Das hier war eine Fehlmessung des Brustgurtes. Oder ein Fall von Laktatintoleranz, falls es sowas gibt. Oder doch ein Problem mit meinem Herz? Um sicherzugehen, bestellte mich Markus am Tag danach nochmal nach Scheidegg ins Diagnostikzentrum. Zweiter Test (insgesamt also No. 9 – ich weiß, klingt verrückt), diesmal auf dem Fahrrad. Das Ergebnis war regelmäßig und ich wieder beruhigt. Außerdem kann ich mich nun zu den absoluten Diagnostikprofis zählen, die sowohl auf dem Laufband als auch auf dem Fahrrad bis an ihre Grenzen gegangen sind.

Heute noch ein Abstecher bei Sport-Physiotherapeuten und Hausaufgaben für die arbeitsunwillige Pobacke ausgefasst. Beide Sprunggelenke sollten auch langsam aus dem Winterschlaf erwachen und dann steht dem Marathon nix mehr im Wege. Außer vielleicht der Schrumpfmagen. Aber von dem erzähl ich euch ein anderes Mal – dafür kommt Markus’ erster 42-Kilometer-Beitrag noch in dieser Woche für euch.

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